Talhammer
Ziegenherde im Dorf Nyeraks - Moritz

  Von Kanji über Nyeraks und Shade nach Takh

14.Sept.-10.Okt. 2018, 27 Tage --- Zelt-Trekking --- Moritz Steinhilber --- III-IV --- 3200€ DEL/DEL

 

Auch in Ladakh schieben sich die Pisten immer tiefer ins Gebirge hinein, von Klassikern wie Lamayuru nach Darcha bleibt kaum etwas übrig. Deshalb ist aber in dieser tibetisch geprägten Region im Norden Indiens die Zeit der langen Treks, auf denen man wirklich von allem Abstand gewinnt, noch nicht vorbei. Diese Tour durchquert ganz Ladakh und Zanskar diagonal von Nordwesten nach Südosten, durch oft spektakuläre, menschenleere Landschaften und Schluchten.

 

Das Lager im Dorf Debling - Moritz

 

Kurzbeschreibung: Flug von Delhi(250m) nach Leh(3500m); Flüge sind heutzutage fast zu 100% verlässlich und ersparen die mühselige Fahrt. Der extreme Höhenunterschied erfordert aber eine adäquate Akklimatisation, dazu dienen drei Nächte in der Hauptstadt Ladakhs. Kurze Jeepfahrt nach Heniskot, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Über die Pässe von Kanji(5270m) und Pudzong(5020m) zum abgelegenen Dorf Debling. Entlang des Oma Chu und über den Barmi La(4680m) zum berühmten Kloster Lingshed. Kurz auf der Straße entlang (dem Zanskar -“Highway“), dann über Yulchung hinab zum Zanskar-Fluss, der beim Dorf Nyeraks überquert wird. Im Nyeraks-Gebiet über die Pässe Takti La(4955m) und Namtse La(4495m) zum Weiler Honia, wieder am Zanskar-Fluss. Im Jeep nach Padum, für die Teilnehmer zum etwas Ausruhen und Duschen, für die Leitung, um Proviant aufzustocken. Auf der selben Strecke wieder im Jeep zurück nach Stongde und über den Stongde La(5165m), etliche Schluchten und einige Flussfurten nach Shade, dem wohl abgeschiedensten Dorf von ganz Ladakh und Zanskar. Über die Pässe Nialo Kontse La(4850m) und Gotundo La(5150m) zum Ufer des Tsarap, an diesem entlang bis nach Takh an der Straße von Manali nach Leh. Von dort im Jeep zurück nach Leh und im Flugzeug nach New Delhi.

 

Höhepunkte: Die Berge Ladakhs sind nicht besonders hoch, aber ihre Verwitterung schafft Formen und Farben, wie man sie auf der Welt sonst selten sieht. Die zahlreichen Canyons ähneln oft Freiluftgalerien. Auf der ganzen Route, abgesehen von Padum trifft man nur wenige Menschen und praktisch keine anderen Ausländer. Die Dörfer Debling, Nyeraks und Shade gehören zu den abgelegensten der ganzen Region, dort hat sich die Kultur und der alte Lebensstil besser erhalten. Eine Hauptattraktion ist die Länge an sich, die zusammen mit der Abgeschiedenheit dafür sorgt, dass man einmal wirklich komplett abschalten kann und für über drei Wochen nicht registriert, was im Rest der Welt passiert. Zusätzlich zwei Flüge New Delhi - Leh - New Delhi, mit spektakulären Aussichten auf den Himalaya-Hauptkamms.

 

Talhammer-Vorteile: Die Tour wurde von Moritz 2016 und 2017 erkundet und ihr Verlauf optimiert. Resultat ist eine Tour, wie sie im Internet und auch vor Ort in Ladakh nicht zu buchen ist. Einer der wenigen Leute, die die gleichen Ortskenntnisse besitzen, ist der Guide von Hidden North, der Moritz begleitete und auch in diesem Jahr dabei sein wird.

 

Sicherheit/Saison: Ladakh gehört zur mehrheitlich muslimischen Provinz Jammu&Kashmir, aufgrund seiner anderen kulturellen Prägung(tibetisch-buddhistisch) bleibt es von den dort häufigen Unruhen jedoch verschont. An- und Abreise Leh mit dem Flugzeug über Delhi. Die Höhe dürfte nach einer gründlichen Akklimatisation keine Sorgen bereiten. Die Einfuhr eines Satellitentelefons nach Indien ist untersagt, deshalb ist im Notfall eine Bergung per Hubschrauber nur selten möglich. Eine echte Herausforderung sind die zahlreichen Flussfurten, der Wasserstand sollte im Frühherbst aber sehr tief sein. Allgemein sind um diese Jahreszeit die Temperaturen nachts schon kühl, dafür ist das Wetter sehr stabil und der Horizont glasklar.

 

Schwierigkeitsklasse: III-IV

 

Stil: Zelt-Trekking, mit einer Übernachtung im Hotel in Padum

 

Datum/Dauer: 14.September(Freitag)-10.Oktober 2018(Mittwoch), 27 Tage

 

Preis: 3200€ von New Delhi bis New Delhi (Einzelzimmer/zeltzuschlag 250€)

 

Teilnehmerzahl: 2 bis 12 Personen

 

Die Oase des Klosters Lingshed - Moritz

 

 

Detaillierte Tourenbeschreibung:

 

14.09., Tag 01: Abflug Deutschland

 

15.09., Tag 02: Ankunft Neu Delhi, Inlandsflug Leh

Die Flüge nach Leh starten ab 6.00 Uhr morgens. Deshalb muss bei Buchung des internationalen Fluges(SELBER!!) unbedingt darauf geachtet werden, mehrere Stunden davor am IGIA(Indira Gandhi International Airport) anzukommen. Den Flughafen muss man nicht wechseln. Inlandsflug nach Leh, Abholung vom Flughafen, Transfer zum Hotel, Ankunft dort voraussichtlich gegen 9.00 Uhr. Ausruhen am Vormittag, am Nachmittag erster kurzer Besuch im Bazaar.

 

16.09., Tag 03: Leh

Exkurs in die buddhistische Religion, Besuch der Klöster Tikse und Hemis, östlich von Leh. V.a. Hemis ist eine der ältesten, stattlichsten und größten Klosteranlagen in Ladakh. Eine ausreichende Akklimatisation vor Beginn der Wanderung ist ein absolutes Muss.

 

17.09., Tag 04: Leh

Die erste, kurze Wanderung. Über einen etwas über 4000 Meter hohen Pass geht es ins Nachbardorf von Phyiang, Gehzeit 3-4 Stunden. Danach nochmal Zeit, um den Bazaar auf eigene Faust zu erkunden und Souvenirs zu kaufen. Das sollte jetzt erledigt werden, da auf der Rückreise nicht mehr viel Zeit dafür sein wird.

 

18.09., Tag 05: Fahrt Heniskot(4h), Trek Kanji village(4h)

Auf der nun gut ausgebauten Straße Richtung Kargil bis Heniskot, dem Ausgangspunkt der Wanderung, wo wir auch unsere Begleitmannschaft mit Pferden und Mulis treffen. Man könnte noch 11km weiter fahren bis Kanji, doch der Canyon dazwischen ist so eindrucksvoll, dass man sich diesen besser genauer und zu Fuß anschaut. Im Dorf Kanji dann die erste Nacht im Zelt.

 

19.09., Tag 06: Trek Kanji BC(6h)

Der erste volle Trekkingtag, Sandalen gehören von nun an in den Tagesrucksack, denn gleich stehen auch die ersten Furten an. Sie sind harmlos, ein Vorgeschmack, auf was noch kommt. Das Gelände ist größtenteils eben, wir kommen an der ersten Doksa(Sommerweide) vorbei. Das Basislager liegt so nahe am Beginn des steilen Aufstiegs wie möglich.

 

20.09., Tag 07: Trek Pudzong BC(8-9h)

Dies ist der anstrengendste Tag der ganzen Tour, und es ist leicht unglücklich, dass er fast zu Beginn auf dem Programm steht. Leider lässt sich das nicht vermeiden, in umgekehrter Richtung ist die Überquerung sogar noch länger. Der Kanji La(5270m) wird von einem kleinen Gletscher und eine Wechte gekrönt, die aber keine Probleme bereiten. Es folgt ein langer Abstieg, erst durch Schiefergeröll, dann wieder einen engen Canyon mit häufigen, aber leichten Furten. Anstatt nach Rangdum flussabwärts zu gehen, verlässt man den Canyon nach einigen Stunden nach links und geht wieder flussauf. An einem schönen Zusammenfluss steht das Lager, welches auch der Ausgangspunkt für die nächste Passüberquerung gleich am nächsten Tag ist.

 

21.09., Tag 08: Trek Larsa(7h)

Auch dieser Tag ist nicht zu knapp, wenn auch etwas leichter wie der Vortag. Der frühe Morgen beginnt sofort mit den Furten der beiden Flüsse, an denen das Lager stand. Durch weitere enge Schluchten, gelegentlichen Altschnee und weiteren Furten kommt man zum Fuß des Pudzong La(5020m), dessen Aufstieg einfach ist. Von nun an steigen die Chancen, etwas von der Tierwelt zu sehen, besonders Wildziegen, Steinböcke und verschiedene Formen von Gemsen. Der Abstieg ist zu Beginn recht steil. An der ersten Doksa gehen wir vorbei, weil es hier an Schatten mangelt und die Hunde fast die ganze Nacht bellen. Lager an einem schönen Zusammenfluss eine Stunde vor Debling.

 

22.09., Tag 09: Trek Sumdo(3-4h)

Nach den letzten beiden harten Tagen lassen wir es nun bis Lingshed etwas ruhiger angehen. Im Dorf Debling bleiben wir nicht, weil es deutlich bessere Lagerplätze gibt. Zeit, um das kleine Dorf anzuschauen gibt es jedoch genug. Kurz unterhalb des Dorfes geht es erneut in einen tief eingeschnittenen Canyon, öfters muss man die Schuhe wechseln und zwei, drei leicht ausgesetzte Wegpassagen meistern. Lohn ist das bisher schönste Camp. Bademöglichkeit am Nachmittag.

 

23.09., Tag 10: Trek Barmi La BC(3-4h)

Weiter durch die beeindruckende Schlucht des Oma Chu(Milch Fluss/Wasser). Den Fußspuren nach ist hier einiges los, in der Vergangenheit gehörten dazu Steinbock, Blauschaf(Blue Sheep, Bharal), Wolf, und tatsächlich auch Bär und sogar Schneeleopard. Kurz vor dem Wiederaufstieg steht die bisher längste und tiefste Furt an, bis zur Hüfte wird man wohl nass. Um kein Risiko einzugehen, wird ein Seil gespannt. Gefährlich sind die Furten nicht, wenn aber alles nass ist, hat man nichts gewonnen. Die Stelle heißt Lingshed Sumdo, es beginnt der Aufstieg zum Barmi La. Herrliches Camp in einer tiefen Schlucht. Wegen der vielen Wildtiere werden die Packpferde nahe am Lager festgebunden, ein Treiber schläft direkt bei ihnen.

 

24.09., Tag 11: Trek Lingshed Gompa(5-6h)

Der Aufstieg zum Barmi La(4680m) ist steil, jedoch nichts im Vergleich zum Kanji La. Der Pass wird von einem Chorten(Baujahr 2017) geschmückt. Schon von hier sieht man bis Lingshed, einem der am schönsten gelegenen Klosteranlagen in ganz Ladakh. Der Abstieg geht etwas in die Schenkel, zum Glück dauert er nicht zu lange. Lingshed ist eine wahre Oase und noch nur zu Fuß erreichbar. Am Nachmittag besteht ausreichend Gelegenheit, das Kloster zu besuchen. Am Campingplatz auch der erste kleine Laden seit Kanji Village, u.a. mit Bier.

 

25.09., Tag 12: Trek Yulchung(6h)

Zunächst geht es weiter bisher, auf der alten Klassikerroute von Padum nach Lamayuru. Nach drei Stunden trifft man jedoch auf Neues, den Zanskar-Highway und man geht tatsächlich eine halbe Stunde auf dieser recht guten Piste, die in nicht allzuferner Zukunft Lingshed mit Lamayuru und der Leh-Kargil Straße verbinden wird. Wir biegen bald ab und steigen tief hinab nach Yulchung, einem jener Dörfer, wo man sich fragt, wie sie an so einer unmöglichen Stelle nur gegründet werden konnten. Die Erklärung ist einfach: Steter Wasserfluss. Das Gelände kann so schwierig sein wie es will, wenn nur das ganze Jahr Wasser vorhanden ist, bekommt man die Felder schon irgendwie hin.

 

26.09., Tag 13: Trek Nyeraks(4h)

Ein sehr früher Aufbruch ist angesagt, denn wir kreuzen eine große Baustelle, die wir hinter uns lassen müssen, bevor das Tageswerk beginnt und von Baumaschinen ausgelöster Steinschlag möglich ist. Ja, es ist tatsächlich so, der Zanskar-Highway wird irgendwann mal von Lamayuru über Wanla, den Sengge La und Yulchung den tiefen Weg nach Nyeraks hinunterführen und von dort nach Padum. Wir überqueren den Zanskar-Fluss auf einer neuen Holzbrücke, die andere wurde von einer Flut 2015 weggerissen. Das Camp liegt oberhalb des Dorfes, am Nachmittag ist genug Gelegenheit, die urige und abgelegene Siedlung zu besuchen.

 

27.09., Tag 14: Trek Bear Valley Camp(7h)

Es ist nicht möglich, diesen Tag abzukürzen oder am Vortag etwas länger zu gehen, denn das Basislager des Takti La ist so spät im Jahr ohne Wasser. So bleibt keine andere Wahl als praktisch zwei Etappen an einem Tag zu gehen. Vom Takti La(4955m) hat man eine tolle Aussicht, der Abstieg geht allerdings echt in die Beine. Aber es lohnt sich, das anschließende Tal ist wunderschön und seine dichte Vegetation der Rückzugsraum für Bären. Wir entzünden am Abend ein Feuer, um die Tiere vom Lager fern zu halten.

 

28.09., Tag 15: Trek Pharkunsa(4h)

Kein langer Tag, aber er hat es trotzdem in sich. Einige ausgesetzte Passagen und mehrere Furten sind zu bewältigen. Als Zugabe dann noch ein kleines Eisfeld, das einzwängt in einen sehr engen Teil der Schlucht einfach nicht schmelzen will. Relativ früh im Camp, wenn es sonnig ist, kann hier bedenkenlos ein Bad im Bach nehmen.

 

29.09., Tag 16: Trek Honia(6h), Fahrt Padum(1,5h)

Der Aufstieg zum Namtse La(4495m) macht wenig Probleme, der Abstieg jedoch ist besonders steil und zugeröllt. Deutlich ist zu merken, dass nicht mehr viele Menschen hier unterwegs sind, weder Hirten mit ihren Tieren, noch Touristengruppen. Der Abstieg reicht bis Honia am Ufer des Zanskar-Flusses, weit über 1000 Meter. Wenn alles nach Plan läuft, warten in Honia die Jeeps auf uns und wir fahren in weniger als 1,5h nach Padum. Es wird schnell klar, warum. Das Tal ist zwar wunderschön, aber die Aussicht, 40km flach in sengender Hitze vor sich hin zu schustern nicht verlockend. Padum, die "Hauptstadt" von Zanskar(es gehört eigentlich zum Kargil Distrikt) ist eine etwas seltsame Erscheinung, aber das tut wenig zur Sache. Im Hotel Sambhala gibt es heiße Solarduschen und weiche, saubere Betten. Den Abend lassen wir in der nahen Kailash Bar ausklingen, der einzigsten Kneipe in ganz Kargil Distrikt.

 

30.09., Tag 17: Fahrt Stongde(45min)

Kein Grund zur Eile. Am Vormittag werden die Vorräte aufgestockt, die Kundschaft kann ausgiebig den kleinen Ort erkunden, einer echten Frontier Town. Vielleicht gibt es schon WiFi, was 2017 noch nicht der Fall war. Auch das Mittagessen nehmen wir noch im Shambala ein. Danach Fahrt auf der gleichen Strecke wie gestern zurück nach Stongde. Wir fahren am Camp vorbei und direkt hinauf zur außergewöhnlich schön gelegenen Gompa von Stondge. Nach ausgiebiger Besichtigung den kurzen Weg den Berg hinab zum Lager.

 

01.10., Tag 18: Trek Camp hinter Stongde La(7h)

Wieder ein längerer Tag, aber ein vernünftiges Lager vor dem Stongde La gibt es leider nicht. Zunächst wieder hinauf zur Gompa(in der Umgebung man leider nicht campen kann) und vorbei an einer Doksa, die in der Regel nur von Frauen betrieben wird. Weiter langsam aber sicher hinauf zum Stongde La(5165m). Die schneebedeckten Berge um ihn herum bewässern unten das Dorf. Noch 2h Abstieg bis zum Lager.

 

02.10., Tag 19: Trek Sum Shade Zingchan(7h)

Noch ein harter Tag, und zusätzlich der feuchteste von allen. Das heißt über 15 Furten und das richtige, also keine nur bis zum Knöchel, sondern mindestens bis zu den Knien, wenn nicht bis zur Hüfte. Im Juli und August kann es sogar noch deutlich mehr sein und genau aus diesem Grund wird die Tour so spät im Jahr durchgeführt. Andererseits ist diese Etappe auch eine der landschaftlich schönsten, ein steter Wechsel von Formen und Farmen. Auch das Lager am Ende dieses stressigen Tages ist herrlich.

 

03.10., Tag 20: Trek Shade(4h)

Ein kurzer Tag mit nur einer einzigen Furt(wenn auch der tiefsten und längsten von allen). Wirklich beeindruckend ist der Canyon am Abzweig nach Shade, das in einem kleinen Seitental liegt. Man will nicht glauben, dass hinter diesem engen Eingang noch ein Dorf kommt, doch recht bald nach Betreten weitet sich das Tal und der ganze Boden ist von Gras bedeckt → deshalb Shade, und nicht nur zahllose Yaks, Schafe und Ziegen tummeln sich hier, das Gras zieht auch Steinböcke an und die Schafe natürlich Wölfe. Shade liegt auf 4270 Metern und ist das abgeschiedenste Dorf von Ladakh, die Häuser sind ineinander verschachtelt wie ein Ameisenhaufen. Camp in den Feldern unterhalb des Dorfes, das man am Nachmittag ausgiebig besuchen kann.

 

04.10., Tag 21: Trek Nialo Kontse BC(4-5h)

Noch ein recht kurzer und einfacher Tag, praktisch hindernisfrei entlang des Flusses. Das Lager am Fuß des Nialo Kontse La ist kein besonders beeindruckendes, aber es gibt keine Alternativen, es ist die letzte(kümmerliche) Wasserstelle für mindestens 8h. Hier wird es auch zum ersten Mal frostig.

 

05.10., Tag 22: Trek Hormoche(8h)

Der zweithärteste Tag der Tour, aber leider auch „alternativlos“. Bis zum Abend in Hormoche gibt es keine Wasserquelle, man muss also zu der langen Gehzeit noch einiges an Wasser in den Tagesrucksack packen. Der Nialo Kontse La(4850m) ist recht bald erreicht und zum Glück geht es auf dem Weg zum nächsten Pass nicht zuerst wieder bergab. Denn eigentlich ist der Nialo Kontse La „nur“ eine Vorstufe des Gotunda L(5150m). Von diesem geht es allerdings dann nicht kontinuierlich bergab, immer wieder erheben sich kleine Zwischenhindernisse. Nach dem Vorletzten von diesen kommt man in eine wirklich eigenartige Mondlandschaft und in der Ferne leuchtet ein kleiner See von wahrlich außerirdischem Blau. Am Abend stehen unsere Zelte am Ufer des Tsarap, dem wir bis zum Ende der Wanderung folgen werden.

 

06.10., Tag 23: Trek Satok(6-7h)

Am Fluss entlang, allerdings im seltensten Fall eben. Eine kleine Furt, der Zara Chu. Satok ist ein Dorf, dass von seinen Bewohnern vor wenigen Jahren verlassen wurde. Lager im Bachbett hinter dem Dorf. Der Bach ist Anfang Oktober nur noch ein Rinnsal, aber klar und warm, eine sehr gute Gelegenheit für ein Bad.

 

07.10., Tag 24: Trek Tsokmitsik(6-7h)

Über eine Abfolge mehrerer kleiner Pässe weiter entlang am Tsarap. Im Normalfall gute Chancen, Blue Sheep zu erspähen. Lager direkt am Tsarap, der allerdings zu schnell, tief, kalt und gefährlich für ein Bad wäre.

 

08.10., Tag 25: Trek Takh, Ghat Loop(3-4h), Fahrt Leh(6-7h)

Früher Aufbruch, die letzten Stunden der Wanderung. Eine Stunde bevor wir die Straße erreichen, erblicken wir sie und hören selbst am frühen Morgen das Hupen der LKW. Dies ist die Straße von Manali in Himachal Pradesh nach Leh, eine der wichtigsten Militärstrecken Indiens. Sie ist mittlerweile sehr gut ausgebaut(für indische Verhältnisse), früher war es nicht mehr als ein Feldweg und die Fahrt von Takh nach Leh dauerte nicht sieben Stunden, sondern zwei Tage. Sie gehört aber auch zu den landschaftlich spektakulärsten Strecken auf dem Globus. Ankunft in Leh am frühen Abend. Letztes gemeinsames Abendessen.

 

09.10., Tag 26: Flug Neu Delhi

Am frühen Morgen Fahrt zum Flughafen und Flug nach New Delhi, Ankunft in der Regel vor 10 Uhr. Wer seinen Rückflug auf den Nachmittag gebucht hat(was allerdings nicht empfohlen wird), kann nach einigen Stunden Zwischenaufenthalt Richtung Deutschland fliegen. Ansonsten Übernachtung in einem Hotel nahe des Flughafens. Wer möchte, kann ein im Preis nicht enthaltenes Besichtigungsprogramm für Delhi buchen, Zeit dazu ist am Nachmittag ausreichend.

 

10.10., Tag 27: Flug Deutschland

Um Mitternacht geht es zurück zum Flughafen und weiter nach Deutschland, wo man meist am selben Tag ankommt.

 

Sooooviel Gras!! Ein glücklicher Kajar(Maulesel) wälzt sich auf einer Wiese unterhalb von Shade - Moritz

 

 

Der Preis beinhaltet: Inlandsflüge und Transfers, alle Mahlzeiten außer Flughafen Delhi, Übernachtungen, Genehmigungen und Eintrittsgelder, internationaler und lokaler Führer, Ausrüstung und Transport auf Wanderung, Freigepäck 15kg

 

Der Preis beinhaltet NICHT: Internationaler Flug, Visum Indien, Versicherungen, Trinkgelder, Softdrinks und Mineralwasser während der Mahlzeiten, Certec-Sack, Flaschensauerstoff, Extrakosten durch Erdrutsche, Blockaden oder andere Hindernisse höherer Gewalt

 

Anforderungen: Nur zwei der insgesamt 21 Wanderetappen sind überdurchschnittlich lang, eine echte Herausforderung ist aber die schiere Länge der Tour. Das erfordert ein besonderes Maß an Einfühlungsvermögen und gegenseitigem Verständnis, da es außer in Padum kompliziert ist, die Reise abzubrechen. Eine Extrabelastung sind die Furten, sicherheitshalber wird hierfür ein Seil mitgenommen. Angesichts der Besonderheit des Verbots von Satellitentelefonen und der Hubschrauberbergung nur im Ausnahmefall sind Kunden mit chronischen Beschwerden von der Tour generell ausgeschlossen.

 

Ausrüstung: Es genügt die auf der Homepage erwähnte Standardausrüstung. Der Schlafsack sollte einen Komfortbereich von -7°C haben, leichte Wanderschuhe oder sogar Turnschuhe reichen aus. Für die vielen Furten benötigt man zumindest ein Paar Sandalen mit Fersenriemen, viel besser ist ein zweites Paar Turnschuhe.

 

Flüge: Der internationale Flug muss selber gebucht werden, deswegen sich zeitig darum kümmern. Wer seinen Flug nicht im Internet buchen will/kann, gehe bitte in ein Reisebüro. Die Inlandsflüge gehören zum Gesamtpreis und werden von Hidden North gebucht.

 

Visum: Wer vor oder nach der Trekkingtour in Indien bleiben will, länger als insgesamt 30 Tage, braucht ein Visum VOR Antritt der Reise. Spätestens zwei Wochen vor dem Flug sollte man mit der Botschaft Kontakt aufnehmen, lieber etwas früher. Wer weniger als 30 Tage in Indien bleibt und mit dem Flugzeug ein-und ausreist, hat seit ein paar Jahren die Möglichkeit eines „Visa on Arrival“. Dazu muss nur kurz vorher online ein Antrag gestellt und das Visum bezahlt werden. Alle Informationen auf den Seiten der indischen Botschaft oder jeweils zuständigen Generalkonsulate. Wem das alles zu viel ist, kann einen kostenpflichtigen Konsulardienst wie www.visum.de beauftragen.

 

Versicherung und Gesundheit: Der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung und einer Bergungsversicherung wird dringend empfohlen. Zwar sind in Indien Satellitentelefone untersagt, manchmal kann jedoch über andere Kanäle ein Militärhubschrauber gerufen werden und das kostet. Wegen dieser Problematik und weil die Tour durch abgelegenes und fast unbewohntes Gelände führt, sind Kunden mit chronischen Beschwerden kategorisch ausgeschlossen. Das Risiko, an Höhe zu erkranken ist gering. Es wird nur eine gewöhnliche Reiseapotheke mitgeführt, die Leitung hat weder die Kompetenz noch die Erlaubnis, ärztliche Hilfe zu leisten. Wasserdesinfektionstabletten sind empfehlenswert.

 

Verpflegung: Ab/bis Leh sind alle Mahlzeiten im Preis inbegriffen. Wer gewisse Nahrungsmittel nicht verträgt oder z.B.Vegetarier ist, muss das vor Beginn der Reise anmelden. In den Guesthouses gibt es eine Mischung aus indischer, „continental“ (europäisch), tibetischer und chinesischer Küche. Ähnliche Verpflegung während der Wanderung mit Betonung auf Kohlenhydrate und Energiegehalt(leider nicht so gut wie in Nepal). Zu Mittag gibt es ein Lunchpaket. Wer Präferenzen hat, nehme weitere Energie-oder Müsliriegel, Trockenobst und Nüsse, individuellen Brotaufstrich usw. mit.

 

Unterkunft: In Leh und Padum wird in „Guesthouses“, Unterkünften der unteren Mittelklasse - einfach aber sauber - übernachtet. Dasselbe gilt für die dortige Verpflegung, einfach, dafür aber hygienisch und reichhaltig.

 

Transport: Auf den Sightseeingtouren in Ladakh, von Leh nach Heniskot und von Takh nach Leh werden Jeeps und Minibusse der indischen Partneragentur eingesetzt, die mit Sorgfalt Fahrzeuge und Fahrer auswählt. Eine volle Gewähr kann für die Fahrzeuge trotzdem nicht übernommen werden.

 

Leitung: Moritz Steinhilber ist 2016 und 2017 die Tour gegangen. Unterstützt wird er vom Führer der indischen Partneragentur, der seit vielen Jahren in Ladakh als Trekkingguide arbeitet und Moritz beides Male begleitet hat.

 

Vertragspartner: Tashi Chotak, Managing Director Hidden North, www.hiddennorth.com

 

Auf dem Weg zum Gotunda La: Einer der vielen farbenprächtigen Canyons der Tour - Moritz

Copyright © 2017 All Rights Reserved