Talhammer
Zum Glück ist dies nun das seltenste Transportmittel in Khumbu (Lukla) - Moritz

  Jiri/Phikey Danda/Tumlingtar Teahouse Trek

Im März ist es noch zu früh, um in die ganz großen Höhen vorzustoßen; in den „Foothills“ des Himalaya dagegen ist das ganze Jahr Saison. Der Trek verbindet die klassischen Anmarschwege ins Everest-Gebiet, von Jiri im Westen und durch das Arun-Tal im Südosten. Der Charakter der Tour ist sehr sportlich, doch bleibt genügend Zeit, um sich über abends über den Himalaya zu unterhalten.

 

4.-25.März 2018, 22 Tage --- Teahouse Trek --- Moritz Steinhilber --- 900€ KTM/KTM

 

Der "white guide" auf dem Phikey Danda(4025 Meter), in der Mitte der Mount Everest(8848 Meter) - Moritz

 

Kurzbeschreibung: Der Trek verbindet die klassischen Anmarschwege ins Everest-Gebiet, von Jiri im Westen und durch das Arun-Tal im Südosten. Sie führt nicht weiter nördlich als bis zur Flugpiste von Lukla, dem modernen Einfallstor von Khumbu. Die hohen Gipfel sind so nur aus der Ferne zu sehen, andererseits bleibt man von den Auswüchsen des Massentourismus verschont, denn fast alle Besucher des Everest-Gebiets beginnen ihre Tour erst ab Lukla. Auf der Strecke von Jiri von Puiyan ist man häufig allein unterwegs; zwischen Puiyan und Tumlingtar hat sich den letzten Jahrzehnten kaum etwas geändert, anderer Trekker sind äußerst rar. Das Besondere dieser Tour sind elf(!) Gebirgspässe, die nur auf den ersten Blick niedrig erscheinen. Schnell versteht man den Ausdruck „relativer Höhenunterschied“! Die Tour erfordert schon eine leicht überdurchschnittliche Kondition und im Anschluss wäre man erst richtig fit für eine Himalaya-Tour...

 

Höhepunkte: Wenig besuchte Gegend zwischen Jiri und Lukla; Besteigung Phikey Danda(4025 Meter) mit Sicht von Manaslu bis Kanchanjunga(bei gutem Wetter...); Besuch Kloster Tubten Choling bei Junbesi, bewohnt hauptsächlich von Mönchen und Nonnen aus Tibet; fast unberührte Gegend zwischen Lukla und Tumlingtar mit den großen Rai-Dörfern Bung und Gudel; Wanderung entlang des mächtigen Arun-Flusses; Flug von Tumlingtar nach Kathmandu. Und eine Aussicht auf den Everest!

 

Talhammer-Vorteile: Wanderung in einer vom Tourismus bisher weitgehend unberührten Region unter Leitung eines hervorragenden Kenners der Gegend..

 

Sicherheit/Saison: Die Wanderung ist anstrengend, aber nicht riskant. Der März gehört zur üblichen Frühjahrssaison.

 

Schwierigkeitsklasse: III+

 

Stil: Teahouse Trek, Übernachtung in festen Unterkünften

 

Datum/Dauer: 4.März(Sonntag)-25.März 2018(Sonntag), 22 Tage

 

Preis: 900€ von Kathmandu bis Kathmandu, Einzelzimmerzuschlag 50€

 

Teilnehmerzahl: 2 bis 8, mehr übersteigt schon die Kapazitäten mancher Unterkünfte im Arun-Tal.

 

Maultiere bei der wohlverdienten Rast, Nuntala - Moritz

 

Detaillierter Ablauf:

 

Tag 01, 04.03.: Abflug Deutschland

 

Tag 02, 05.03.: Ankunft Kathmandu

Abholung vom Flughafen, Transfer zum Hotel. Eventuell Gang zum Tourism Department, um die Genehmigungen zu erhalten. Letzte Besorgungen, ansonsten Zeit zur freien Verfügung. Budgethotel in der Freakstreet oder am Durbar Square.

 

Tag 03, 06.03.: Fahrt nach Jiri, 7-8h, Trek Shivalaya, 3-4h

Morgens um 6 Uhr geht es zu Fuß zum Old Bus Stand und im Expressbus nach Jiri. Dort sollten wir spätestens um 14 Uhr eintreffen, so ist noch genug Zeit, mit dem Mali Danda den ersten Hügel dieser mit Hügeln gesegneten Wanderung in Angriff zu nehmen. Ankunft in der Abenddämmerung in Shivalaya.

 

Tag 04, 07.03.: Trek Bhandar, 5-6h

Heute dauert es einiges länger, um Hügel #2, den Deurali zu überwinden. Von dort ist es nicht mehr so weit bis zum Tagesziel Bhandar.

 

Tag 05, 08.03.: Trek Sete, 5-6h

Man gewöhnt sich langsam an das Auf und Ab des Weges. Er ist hier wirklich das Ziel, Gewinn von Höhe hat nur Sisyphus-Charakter, jeden Meter, den man erklimmt, steigt man bald wieder ab. Auch von Bhandar wird der Abstieg fortgesetzt, lange bis nach Kinja, dem Mittagsrastplatz. Dort beginnt einer der längsten Anstiege von allen, der zum Lamjura Bhanjyiang(3550 Meter). Wir lassen es am Nachmittag auf halber Höhe in Sete gut sein.

 

Tag 06, 09.03: Trek Jasmane Bhanjyiang, 6h

Noch überschreiten wir nicht den Lamjura, stattdessen wenden wir uns nach 3h Anstieg gen Süden und folgen einem relativ flachen Grat. Dieser führt zu den Lodgen auf dem Jasmane Bhanjyiang, dem „Basislager“ für die Besteigung des Phikey Danda. Dieser wird erst seit wenigen Jahren öfter als Ziel auserkoren, die Lodgen sind entsprechend rustikal. Statt in Zimmern schlafen wir hier alle gemeinsam in einem Saal.

 

Tag 07, 10.03.: Trek Phikey Danda, Jasmane Bhanjyiang und Junbesi, 7h

Heute ist einer der Höhepunkte der Reise. Am frühen Morgen besteigen wir den 4025 Meter hohen Phikey Danda, Hügel #3. Im Februar sollte das Panorama von Manaslu im Westen bis Kanchan-junga im Osten zu sehen sein. Danach geht es zurück auf dem Weg von gestern und wir überqueren den höchsten Pass dieser Wanderung, den Lamjura Bhanjyiang(3550 Meter), Hügel #4. Der lange Tag endet im großen, wohlhabenden Sherpa-Dorf Junbesi.

 

Tag 08, 11.03.: Trek Kloster Thubten Choling und Junbesi, 5h

Thubten Choling gehört zu den weniger besuchten Klöstern Nepals, viele der Mönche und Nonnen sind Nachkommen tibetischer Flüchtlinge, stammen also nicht aus der Umgebung. Hinter dem Kloster besteigen wir noch einen kleinen Aussichtsberg mit Blick auf die Gipfel des Rolwaling. Wer will, kann heute einen Ruhetag einlegen.

 

Tag 09, 12.03.: Trek Nuntala, 6-7h

Vor Nuntala liegt natürlich ein Hügel, der 3050 Meter hohe Takshindo, #5. Auf halber Strecke biegen bei Ringmo die Maultierkarawanen auf unseren Weg ein. Diese kommen von Salleri, dem Hauptort von Solu-Khumbu Distrikt, der seit einigen Jahren an eine Piste angeschlossen ist. Von Salleri über Ringmo und Nuntala läuft die Versorgung der gesamten Region, das bedeutet viele Mulis, die den Weg entsprechend „herrichten“. Doch auch wir profitieren letzten Endes von diesen Karawanen.

 

Tag 10, 13.03: Trek Bupsa, 5h

Wenige Stunden unterhalb von Nuntala erreicht man an der Brücke über den Dudh Kosi den Tiefpunkt der Reise, mit gerade 1300 Metern. Durch Dörfer der Rai wie Jubing und Khari Khola beginnt der nächste Anstieg, den wir in Bupsa, nach einer besonders steilen Episode, für die Nacht unterbrechen.

 

Tag 11, 14.03.: Trek Puiyan, 3h (halber Ruhetag)

Bald nach Aufbruch erreichen wir Hügel #6, den Karte La. Ein sanfter Abstieg führt zum frühen Tagesziel Puiyan, wo am Nachmittag geduscht, gewaschen und ausgeruht werden kann.

 

Tag 12, 15.03.: Trek Lukla und zurück nach Puiyan, 7h (oder Ruhetag)

Um ein Bild vom „anderen“ Khumbu zu bekommen, begeben wir uns auf einen Besuch nach Lukla. Der Höhengewinn kann locker als Hügel #7 durchgehen. Mobilempfang hat man übrigens häufig auf der Wanderung. Wer will, legt in Puiyan einen Ruhetag ein.

 

Tag 13, 16.03.: Trek Sibuje, 7h

Obwohl auf den ersten Blick der nächste Hügel nahe erscheint, gehört der Pangum La(3100 Metern), Hügel #8, zu den härteren Nüssen. Es wird Nachmittag, bis man ihn endlich erreicht. Bis nach Sibuje ist es von dort noch eine Weile bergab. Sibuje ist das erste Lodge auf der Arun-Route, wo man mangels Auswahl schlafen muss, wo Platz ist und essen muss, was die Küche hergibt. Beides ist immerhin garantiert.

 

Tag 14, 17.03.: Trek Najidingma, 4h

Ein langer steiler Abstieg führt zur Brücke über den Inkhu Khola. Der Weg wurde immerhin vor wenigen Jahren verbreitert und durch Steinstufen etwas entschärft. Von dort ist es nicht mehr so weit bis zur Alm von Najidingma.

 

Tag 15, 18.03.: Trek Gudel, 7h

Nach dem Frühstück nehmen wir den Kiraule Bhanjyiang (3180 Metern), Hügel #9 in Angriff. Mit etwas Glück erspäht man von dort Nepals höchsten Trekkingpeak, den Mera La(6478 Meter). Durch dichten Rhododendronwald geht es hinab zur Gompa von Boksom und nach Bung, einem der größten Dörfer der Kulung-Rai. Die Rai unterteilen sich in über 20 Volksgruppen, die jeweils ihre eigenen Sprachen sprechen. Angehörige verschiedener Rai-Gruppen kommunizieren untereinander in Nepali. Um ganz Bung zu durchqueren vergeht eine Stunde. Im Zentrum, dem Chowk, werden wir eine kurze Mittagspause einlegen. Hinter der Brücke über den Hongu Khola beginnt der lange Aufstieg zum Salpa Bhanjyiang. Nach 2 Stunden steigt man durch Gudel, einem weiteren großen Dorf der Kulung, unserem Übernachtungsort.

 

Tag 16, 19.03.: Trek Sanam, 3h

Oberhalb von Gudel nimmt die Besiedlung deutlich ab. Durch tropischen und später alpinen Dschungel erreicht man den Sherpa-Weiler Sanam. Praktisch alle jungen Männer dieser kleinen Siedlung haben „Karriere“ in der Bergsteigerbranche gemacht und sind nach Kathmandu gezogen. Wir übernachten in der letzten verbliebenen Lodge bei einem älteren Ehepaar, welches hier noch ausharrt.

 

Tag 17, 20.03.: Trek Thulo Phokte, 7h

Der Anstieg geht weiter bis zum Salpa Bhanjyiang(3414 Meter), Hügel #10 und einer weiteren harten Nuss. Der Weiler Guranse etwas unterhalb des Salpa ist seit einer Weile verlassen. Unnachgiebiger Abstieg bis zum Weiler Thulo Phokte. Die dortige Übernachtungsmöglichkeit ist sehr rustikal.

 

Tag 18, 21.03.: Trek Gothe Bazaar oder Tambutar, 6h

Der steile Abstieg vom Salpa Bhanjyiang endet endlich im Rai Dorf Salpa Phedi. Von hier geht es deutlich gemütlicher weiter flussabwärts entlang dem Irkhuwa Khola. Nach fünf langen, anstrengenden Tagen geht man es heute etwas lockerer an und macht einen frühen Feierabend im kleinen Ort Dobhane.

 

Tag 19, 22.03.: Trek Shri Hotel, 6h

Sofort nach dem Aufbruch beginnt der Anstieg zu Hügel #11, der letzten Hürde, welche interessanterweise den Namen Nepal Danda(Nepal Hügel) trägt. Nach deren Bewältigung erreichen wir das weite und warme Tal des mächtigen Arun. Dies ist Antithese zu allem, was man in den letzten beiden Wochen gesehen hat. Der Weg führt nun dem Ufer von Nepals größtem Fluss entlang. Man übernachtet in einer kleinen Absteige an der Piste, die eines Tages von hier bis Salpa Bhanjyiang führen wird.

 

Tag 20, 23.03.: Trek Tumlingtar, 3h, Flug Kathmandu

Der letzte halbe Tag der Wanderung führt zum Großteil am Ufer des Arun entlang, mittlerweile auf einer der zahlreichen Pisten, die durch das ländliche Nepal führen. Ein letzter kurzer Anstieg(der nicht als Hügel zählt) und man hat das Ende der Wanderung, den kleinen „Flughafen“ von Tumlingtar, erreicht. Es ist warm, es gibt Obst. Vielleicht bleibt noch Zeit, um die lokale Spezialität Tonga zu probieren. Dies ist ein mildes Hirsebier, welches leicht erwärmt durch einen Halm aus Bambuskrügen getrunken wird. Gegen 12 Uhr der etwa halbstündige Flug nach Kathmandu. Transfer zum Budgethotel in der Freakstreet.

 

Tag 21, 24.03.: Kathmandu

Noch ein Tag zur eigenen Verfügung vor der Abreise zum Einkauf von Souvenirs usw. Notfalls auch ein Puffertag. Übernachtung in Budgethotel Freakstreet oder Durbar Square.

 

Tag 22, 25.03.: Flug Deutschland

Wir bringen Sie im Taxi rechtzeitig zum Flughafen.

 

Das Upper Hongu Panorama von Gudel, zweiter von links der Mera Peak(6478 Meter) - Moritz

 

Der Preis beinhaltet:

Transfers inklusive Inlandsflug Tumlingtar nach Kathmandu; Übernachtungen; Genehmigungen; Internationale und lokale Guides, Träger; Freigepäck 15kg; Thuraya Satellitentelefon

 

Der Preis beinhaltet NICHT:

Internationaler Flug; Visum Nepal; Mahlzeiten; Versicherungen; Trinkgelder; Certec-Sack; Flaschensauerstoff

 

Anforderungen: Die Wanderung erreicht mit maximal 4025 Metern(Phikey Danda, Tag 07) für Nepal keine bedeutenden Höhen. Jedoch liegen 11 Pässe zwischen Jiri und Tumlingtar, was sie zu einer körperlich überdurchschnittlich großen Herausforderung macht. Diese Wanderung bringt einen wirklich auf Trab! Gehzeiten bis zu 8h auf steilen, aber gut ausgebauten Wegen müssen bewältigt werden können.

 

Ausrüstung: Es genügt ein Schlafsack für -5°C. Wanderschuhe, auch mit weicher Sohle. Regen-schutzbekleidung. Ansonsten Ausrüstung wie für Wanderungen in den Alpen. Gamaschen(Lamjura, Phikey, Salpa) und Daunenjacke sind empfehlenswert.

 

Flüge: Der internationale Flug muss selber gebucht werden, deswegen sich zeitig darum kümmern. Wer seinen Flug nicht im Internet buchen will/kann, gehe bitte in ein Reisebüro.

 

Visum: Bei Ankunft am Flughafen Kathmandu, 40$ für 30 Tage, korrekten Betrag bereithalten.

 

Versicherung und Gesundheit: Der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung wird dringend empfohlen. Das Risiko, an Höhenkrankheit zu erkranken ist verschwindend gering. Es wird nur eine gewöhnliche Reiseapotheke mitgeführt, die Leitung hat weder die Kompetenz noch die Erlaubnis, ärztliche Hilfe zu leisten. Satellitentelefon wird mitgeführt, auf der Jiri-Lukla Route hat man häufiger Handyempfang.

 

Verpflegung: Um allen Wünschen gerecht zu werden ist es am Einfachsten, allen die eigene Wahl zu überlassen. Diese variiert stark und eine pauschale Abdeckung wäre unfair. Der Preis beinhaltet deswegen keine Mahlzeiten (und ist reduziert). Kosten im Schnitt 20 bis 25€ täglich, ohne Softdrinks, Alkohol etc. Verpflegung ist reichhaltig und hygienisch, jedoch ohne größere Auswahl. Auf der Arun-Route zwischen Puiyan und Tumlingtar(7 Tage) ist das Angebot sehr beschränkt, wer auf Dauer keinen Reis oder Kartoffeln mag, decke sich Müsli-Riegeln usw ein.

 

Unterkunft: Auf der Jiri-Route ist die Unterkunft einfach bis gut, Einzel-und Doppelzimmer überall verfügbar, die einzige Ausnahme ist Jasmane Bhanjyiang. Auf der Arun-Route sind Unterkünfte nach wie vor sehr einfach, in Sibuje, Gudel, Thulo Phokte, Tambutar und Shri Hotel weniger als das. Hier beschränkt sich das Angebot auf „Schlafsäle“.

 

Transport: Jeeps und Minibusse werden über etablierte und vertrauenswürdige Agenten gemietet. Von Kathmandu nach Jiri fahren wir im öffentlichen Bus.

 

Leitung: Moritz Steinhilber ist seit 1993 häufig zwischen Jiri und Tumlingtar unterwegs. Den Lamjura Bhanjyiang zwischen Jiri und Lukla hat er 18 Mal überschritten, den Salpa Bhanjyiang zwischen Lukla und Tumlingtar 14 Mal.

 

Vertragspartner: Expedition Himalaya, www.expeditionhimalaya.com

 

Ein Bewohner von Jasmane Bhanjyiang unterhalb des Phikey Danda - Moritz

 
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