Talhammer
Eine Partie Bozkashi in Sarhad-e Boroghil - Moritz

  Afghanistan: Durch den Wakhan Korridor zum Chaqmaqtin See

September 2020, 23 Tage --- Camping Trek --- Untamed Borders --- IV --- 4300$ DYU/DYU

 

Im Nordosten Afghanistans verläuft zwischen Tajikistan, Pakistan und China wie ein langer, dünner Finger der schmale Streifen des Wakhan Korridors. Die ehemalige „Pufferzone“ zwischen den Großmächten ist eine vergessene Region, besiedelt von kirgisischen Nomaden, die unter Umständen leben, die auch in Asien selten geworden sind. Völlig isoliert, in einer der abgelegensten Gegenden der Welt. Eine anspruchsvolle Tour alten Stils, für wahre Kenner und Liebhaber. An-und Abreise über Dushanbe.

 

Wakhi-Mädchen in Sarhad-e Boroghil - Moritz

 

Kurzbeschreibung: Anreise Dushanbe, vom Flugplatz beginnt die Weiterfahrt. In zwei Tagen nach Khorog, dem kleinen, quirligen und modernen Zentrum der Region Gorno(Berg)-Badakhshan. Am Tag darauf über den Amu Darya von Ishkashim(Tajikistan) nach Ishkashim(Afghanistan). Weitere zwei Tage Fahrt über Qila-e Panja nach Sarhad-e Boroghil, dem Ende der Piste. Beginn der Trekkingtour, 12 Tage. Mehrere Pässe, Übergang der Landschaft vom felsigen, steilen Hindukush zum sanft gewellten Pamir. Ab Bozai Gumbaz trifft man auf kirgisische Nomaden. Wanderung bis zum See von Chaqmaqtin, auf einer leicht abwandelten Route zurück nach Sarhad-e Boroghil. Rückfahrt bis Dushanbe wie gehabt, im Idealfall etwas schneller.

 

Höhepunkte: Kurzer Besuch Dushanbe, einer für asiatische Verhältnisse äußerst angenehmen Hauptstadt. An-und Abfahrt auf dem berühmten Pamir Highway, der zur Hälfte der Strecke entlang des Amu Darya verläuft, dem historischen Oxus, der Grenze zwischen Tajikistan und Afghanistan. Khorog ist ein hübsches Städtchen mit aufgeschlossener Bevölkerung. Selten wird man irgendwo auf der Welt einen solchen Kulturschock und Kulturwechsel erleben wie beim Überqueren der Amu Darya Brücke zwischen den beiden Ishkashims. Auf afghanischer Seite fühlt man sich mindestens 100 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Eine beeindruckende Trekkingtour mit keiner der modernen Annehmlichkeiten, denen man sonst überall im Pamir, Karakorum und Himalaya begegnet. Begegnungen mit Nomaden der Wakhis und Kirgisen. Eine der abgelegensten Regionen Asiens, selten besucht und kaum verändert seit Younghusband, Curzon etc. hier durchkamen. Eine Trekking-und Kulturreise wie es sie weder in Westtibet noch in den Dschungeln Nordostindiens oder Myanmars noch gibt.

 

Talhammer-Vorteile: Moritz war insgesamt viermal im Wakhan Korridor, zweimal 2013, 2014 und 2015. Mit James Willcox von UTB ist er seit 2011 befreundet. James ist seit über zehn Jahren in Afghanistan aktiv, gemeinsam mit Moritz baute er im Wakhan ein Netz an Freundschaften und Beziehungen auf, um eine verlässliche Grundlage für Trekkingtouren zu garantieren. So gut das eben möglich ist in Afghanistan.

 

Sicherheit/Saison: Das sind die Reisehinweise des BM für Äußeres. Badakhshan und vor allem Wakhan waren immer verhältnismäßig friedlich, Dank ihrer Abgeschiedenheit und leider auch Armut. Trotzdem kann es zu kurzfristigen, auch einschneidenden, Änderungen des Reiseverlaufs aus Sicherheitsgründen kommen.

Die Reisesaison im September ist ideal. Die schlimmste Hitze in den Tälern ist vorbei, Bäche und Flüsse führen kein Hochwasser mehr. Der Herbst hält noch nicht Einzug. Das Wetter ist in der Regel um diese Jahreszeit schön und stabil.

 

Schwierigkeitsklasse: IV. Nicht nur die lange An-und Abreise und die primitiven Umstände in Afghanistan machen die Tour anstrengend. Die Trekkingtour selbst ist anspruchsvoll, zwar kaum technisch, aber mit mehreren langen Etappen und kaum Komfort.

 

Stil: Camping Trek, 11 Nächte im Zelt

 

Datum/Dauer: September 2020, 23 Tage – Info demnächst!

 

Preis: 4300$. Kein EZ-Zuschlag, weil keine Einzelzimmer-oder zelte. 400$ Anzahlung garantieren einen Platz auf der Reise. Ohne Anzahlung kein Platz, wenn die maximale Teilnehmerzahl erreicht ist. Die Anzahlung – das Pfand – ist verloren, wenn man von der Reise zurücktritt.

 

Teilnehmerzahl: 4 - 8. Bei weniger als 4 Teilnehmern besteht die Möglichkeit, bei der parallel verlaufenden UTB-Tour mitzugehen.

 

Eine Yak-Karawane unterwegs - Moritz

 

Detaillierter Tourverlauf:

 

01.Tag: Abflug Deutschland

 

02.Tag: Ankunft Dushanbe, Fahrt Kalaikum 10h (-/-/-)

Außerhalb des kleinen Flughafens wird die Gruppe von Moritz und der tajikischen Agentur in Empfang genommen. Kurze Info, dann sofort Aufbruch zur langen Fahrt nach Khorog. Am Nachmittag kommt man an den Amu Darya, Übernachtung in einer einfachen Unterkunft in Kalaikum.

 

03.Tag: Fahrt Khorog 11h (F/-/-)

Teil II der Anfahrt. Auf dem anderen Ufer liegt Afghanistan. Der Unterschied ist frappierend, obwohl Tajikistan sicher nicht zu den reichen Ländern gehört. Abends kurzer Stadtbummel durch Khorog. Die kleine Hauptstadt der autonomen Region Gorno(Berg) Badakhshan hat ein angenehmes Gefühl.

In Khorog besteht die theoretische Möglichkeit, an einem Tag ein afghanisches Visum zu erhalten. Es wird jedoch stark davon abgeraten, es darauf ankommen zu lassen, schon allein aus dem Grund, da man in diesem Fall die Fahrt von Dushanbe nach Kalaikum an einem sehr langen Tag bewältigen muss.

 

04.Tag: Fahrt T-Ishkashim 3h, Grenzübertritt A-Ishkashem 2h (F/-/A)

Fahrt nach Ishkashim auf dem rechten Amu Darya Ufer. An der Brücke verabschieden wir uns für zwei Wochen von unserem tajikischen Team und der Moderne. Zu Fuß über die Brücke, langwierige Gepäckkontrolle auf beiden Seiten. Leicht angespannte Stimmung. Kurze Fahrt nach A-Ishkashim. Den Nachmittag benötigt man für die afghanische Bürokratie. Außerdem muss sämtliche Verpflegung und weiterer Bedarf für die nächsten 14 Tage im Bazaar eingekauft werden.

Für die Kundschaft besteht nach der Bewältigung der bürokratischen Hürden Gelegenheit, Ishkashim Bazaar und seine nähere Umgebung etwas kennenzulernen. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein, außer Auto – oft ohne jegliches Kennzeichen – und Handys sind die einzigen Produkte der Moderne. Wakhis sind Ismaelis, doch selbst ihre Frauen, die nur selten in den Bazaar gehen, stecken noch unter der Burqa. Das Guesthouse ist für lokale Verhältnisse komfortabel.

 

05.Tag: Fahrt Qila-e Panja 6-8h (F/M/A)

Die Fahrt am Amu Darya entlang geht weiter, nur auf dem linken Ufer und einer deutlich schlechteren Straße. Aber es gibt Ausgleich. Östlich sieht man im Hindukush mit dem Noshaq(7492m) den höchsten Gipfel Afghanistan. Entlang diesem Tal verlief einer der wichtigsten Stränge der historischen Seidenstraße. Die Straße ist schlecht, sollte aber nicht mehr überflutet sein. Die Fahrt wird durch einen weiteren bürokratischen Halt in Khandud unterbrochen. In Qila-e Panja wird in einem „Sarai“ übernachtet, dem für örtliche Verhältnisse feudalen Haus eines Großgrundbesitzers.

 

06.Tag: Fahrt Sarhad-e Boroghil 5h (F/M/A)

Bei Qila-e Panja trennt sich der Amu Darya/Panj in die Flüsse Pamir und Wakhan. Wir bleiben dem Wakhan treu, kurz hinter der Gabelung verengt sich das Tal spektakulär. Die Fahrt wird noch anstrengender und holpriger. In Sarhad-e Boroghil auf 3250 Metern enden die Reste der Piste. Und noch mehr. Man fühlt sich wie selten ans Ende der Welt versetzt. Der „Ort“ besteht nur aus ein paar verstreuten Häusern. Letzte Vorbereitungen. Das bedeutet hauptsächlich, man trifft die Trekking -Mannschaft mit ihren Transporttieren. Zu kaufen gibt es nichts mehr. Die Grenze nach Chitral in Pakistan liegt auf der anderen Seite des Wakhan. Unterkunft ist ein neu gebautes Guesthouse.

 

07.Tag: Trek Daliz Pass, Shawr 7h (F/M/A)

Nach fünf Tagen Jeepfahrt beginnt die Wanderung mit einem der härtesten Tage. Das ist leider nicht zu vermeiden; senkrechte Wände hemmen den Wakhan ein, man verlässt das Ufer und steigt hinter diesen 1000 Meter empor. Gleich zu Beginn ist klar, dass zu den untypischen Herausforderungen in Afghanistan die „normalen“ einer harten Bergtour hinzu kommen. Wer nicht in der Lage ist, kann für Aufpreis auf ein Pferd sitzen. Allerdings ist es nicht Sinn der Tour, sie von Anfang und Ende zu Pferd zu gehen.

 

08.Tag: Trek Boharak, Varsgitch 6-7h (F/M/A)

In Shawr kommt man zurück zum rechten Ufer des Wakhan und verlässt dies bis Chaqmaqtin See nicht mehr so weit wie gestern über den Daliz Pass. Die Etappe ist etwas kürzer als gestern, doch vom Gelände gleich anspruchsvoll. Man ist weiter im Hindukush, der einiges schroffer und stärker erodiert ist als der viel sanftere Pamir.

 

09.Tag: Trek Langar, Masamarad 5-6h (F/M/A)

Nach der Hälfte der relativ kurzen Etappe ändert sich das Landschaftsbild, die tiefen Canyons und Täler des Hindukush gehen graduell in die sanft gewellten des (afghanischen) Pamir über. Die „Vegetation“, etwas magerer Grasbewuchs, nimmt zu, was ausreicht, um den Namen des Ortes zu rechtfertigen. Langar bedeutet „(freies) Festessen“ im Sinne von Hochzeits- oder Leichenschmaus. Zumindest Ziegen und Schafe werden dem zustimmen. Das Lager Masamarad liegt ebenfalls auf einer Weide.

 

10.Tag: Trek Bozai Gombaz 5h (F/M/A)

Kurze Teepause in Khach Goz, der ersten und einer der „größten“ Kirgisen-Siedlungen, denen man auf dieser Tour begegnet. Wie alle ist auch Khach Goz nur temporär. Formal sollte hier die Wakhi-Mannschaft durch eine von Kirgisen ausgetauscht werden, doch davon wird meist abgesehen, da die meisten Leute mit der Heuernte beschäftigt sind. D.h. jedoch nicht, dass man sich diesen Höflichkeitsbesuch sparen kann. Und er ist wirklich interessant, zum ersten Mal sitzt man wohl in einer Jurte und teilt mit den Leuten Jogurt und Brot. Nicht mehr weit bis Bozai Gombaz, der einzigen dauerhaft bewohnten Siedlung östlich von Sarhad-e Boroghil. Die Dauerbewohner sind Lehrer aus Badakhshan, keine Kirgisen. An diesem Ort schon fast jenseits dem Ende der Welt kam es 1891 zu einer unerwarteten Begegnung zwischen Offizieren Britisch-Indiens und des Zarenreich, was eine mittlere Krise zwischen den damaligen europäischen Großmächten auslöste. Am Nachmittag können in der nahen Umgebung Grabmäler besucht werden. Die Gegend wimmelt vor Murmeltieren. Bozai liegt auf knapp 4000 Metern und selbst im Hochsommer fällt hier kein Regen, es schneit.

 

11.Tag: Trek Chaqmaqtin Lake 4-5h (F/M/A)

In einer gemächlichen Etappe zum höchsten Punkt der Wanderung, der knapp über 4000 Meter hohen See Chaqmaqtin. Der See ist zu einem Großteil verlandet, richtig an sein Ufer gelangt man nicht und es ist für die Küchenmannschaft trotz allen Überangebot an Wasser recht schwer, welches zu organisieren. In der Umgebung des Sees erblickt man einige temporäre Jurten-Ansammlungen der Kirgisen. Sie kamen vor noch nicht einmal 100 Jahren auf der Flucht vor der Roten Armee aus ihrer Heimat Kirgistan hierher. Außer ihnen gibt es keine Kirgisen in Afghanistan. Verständlicherweise blieb ihnen nichts anderes übrig als in den unwirtlichsten Gegend überhaupt zu siedeln, wo bis dahin niemand lebte. Kurz nach der Russischen Invasion 1979 flohen die meisten von ihnen ein zweites Mal, nach Pakistan und wurden innerhalb kürzester Zeit ein drittes Mal umgesiedelt, in die Türkei. Dort haben sie sich in nun fast 40 Jahren fast vollständig assimiliert. Ein kleiner Rest von ihnen lebt nach wie vor im Hohen Pamir um den Chaqmaqtin See unter Bedingungen, die man eigentlich nur unerträglich nennen kann. Ihre Bevölkerung schrumpft durch Inzucht und allgemeine Lebensumstände(8 Monate Schnee!!). Ihre Zukunft ist ungewiss.

 

12.Tag: Trek Kurchin 5-6h (F/M/A)

Wenn es Schnee und Wetter zulassen, wird eine etwas höhere und spektakulärere Route zurück nach Sarhad gewählt. Abschied vom Chaqmaqtin und wie gehabt zu Anfang durch sanfte Hügel zum kirgisischen Nomadendorf Kurchin, welches sogar etwas höher als der See liegt.

 

13.Tag: Trek Aqbelis Pass, Ghughumdeh 5-6h (F/M/A)

Nach ungefähr drei Stunden erreicht man die Passhöhe des sanften Aqbelis auf 4600 Metern Höhe. Die Gegend gehört zum Pamir, nach einem kurzen Abstieg ist unterhalb eines kleines Sees Mittagspause. Der Abstieg bleibt angenehm, nach einer kurzen Furt erreicht man das Nomadenlager Ghghumdeh. Dies ist die erste Hirtensiedlung der Wakhis, der wir begegnen. Die Menschen leben im Gegensatz zu den Kirgisen in Steinhütten und haben ein marginal besseres Auskommen, doch besteht kein Zweifel, dass auch ihr Lebenswandel im 21.Jahrhundert nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Das ist höflich ausgedrückt für äußerst harte Lebensumstände. Am Abend, wenn die Herden zurück in die Gehege kommen und die Arbeit beginnt, kann man sich davon ein klares Bild machen. Ghughumdeh liegt auf 4300 Metern.

 

14.Tag: Trek Uween-e Sar Pass, Nauabad 8h (F/M/A)

Die Königsetappe der Tour. Uween-e Sar ist knapp 5000 Meter hoch und wird sogar von einem kleinen Gletscher gekrönt. Es sind jeweils 700 Meter Auf-und Abstieg. Das hört sich nicht dramatisch an, v.a. weil man zu diesem Zeitpunkt auch vollständig akklimatisiert sein sollte. Aber beide Seiten der Schikane ziehen sich auch weit in die Länge. Ein früher Start ist deshalb unumgänglich, um 7 Uhr morgens sollten die Teilnehmer marschbereit sein. Nauabad ist ein weiteres Hirtendorf der Wakhi.

 

15.Tag: Rest Nauabad (F/M/A)

Nach der Anstrengung gestern ein ganzer Ruhetag. Dient auch als Puffer, falls im Vorfeld etwas nicht nach Plan verlief. Falls man zum richtigen Zeitpunkt in Ghughumdeh ankommt, kann man auch darüber nachdenken, den Tag über den Uween-e Sar in zwei kürzere Etappen zu unterteilen. Abends kann man wieder beim Melken der Naks(Yaks sind die männlichen Exemplare) und Kühe zuschauen.

 

16.Tag: Trek Sang-e Nauishdah 2-3h (F/M/A)

Ein weiterer kurzer Tag. „Sang-e Nauishdah“ bedeutet „Stein der Zeichnungen“. Mit Gravierungen überdeckter großer Findling liegt mitten zwischen den Gattern und Jurten dieses Hirtendorfes der Wakhi. Hier handelt sich um einen der deutlichsten Hinweise auf die „glorreiche“ Vergangenheit während der Epoche der Seidenstraße. Die Gegenwart ist ernüchternd. Obwohl man langsam der „Zivilisation“ näher kommt, ist auch Sang-e Nauishdah ein Dorf, wie man es außerhalb von Afghanistan in ganz Asien wohl kaum mehr findet.

 

17.Tag: Trek Shawr 6-7h (F/M/A)

Seit Ghughumdeh ist man zurück zwischen den steilen Abhängen und Canyons des Hindukush und das kräftezehrende Auf-und Ab nimmt deutlich zu. Falls der Wasserspiegel im Spätherbst weit genug gefallen ist, kann man mit Hilfe einer Furt ein bis zwei Stunden einsparen. Wenn nicht, geht es über die gleiche Brücke bei Boharak. Spätestens in Shawr ist man zurück auf der Anmarschroute. Eine zweite Nacht auf der Wiese, wo man einiges an Erfahrung aufbringen muss, um eine flache Stelle zu finden. Shawr liegt genauso hoch wie Sarhad.

 

18.Tag: Trek Daliz Pass, Sarhad-e Boroghil 6-7h (F/M/A)

Selten wird die letzte Etappe einer Trekkingtour mit sowenig Vorfreude bedacht, doch es führt kein Weg dran vorbei: Es geht noch einmal auf das doppelt und dreifache Hoch und Runter abseits des Wakhan Flusses. Der Daliz Pass ist mit 4250 Metern zwar die höchste Erhebung zwischen den beiden Punkten, aber nicht die einzige. Wenigstens ist man jetzt voll akklimatisiert und trainiert, und obwohl man ebenso einen gewissen Erschöpfungsgrat erreicht hat, geht der Weg zurück schneller über die Bühne als der Anmarsch. Jetzt erscheint Sarhad-e Boroghil in einem ganz anderen Licht! Es ist eben alles relativ. Abschied von der Transportmannschaft, die mit einem großzügigen Trinkgeld nach Hause entlassen wird.

 

19.Tag: Fahrt Qila-e Panja, A-Ishkashim 8-10h (F/M/A)

Es wird versucht, A-Ishkashim an einem Tag Jeepfahrt zu erreichen, im Normalfall hat sich der Zustand der Piste mit der Trockenheit gebessert. Gibt es davor andere Hinweise, wird am Vortag auf die Nacht in Sarhad verzichtet und man übernachtet noch einmal im Sarai von Qila-e Panja. In Ishkashim Abschied vom Rest der Mannschaft, Haupt-und Assistantguide.

 

20.Tag: Fahrt Khorog 3h (F/-/-)

Wieder über die „Friendship Bridge“ von A-Ishkashim nach T-Ishkashim. Wenn die Beamten auf beiden Seiten gut aufgelegt sind und auf eine genaue Gepäckkontrolle verzichten, ist man in drei Stunden zurück in Khorog. Nach fast drei Wochen im Wakhan kommt einem das Städtchen zwischen den hohen Bergen wie St.Moritz oder Aspen vor. Spätestens jetzt heiß duschen und in frische Kleider. Am Abend gutes, billiges russisches Bier und BBQ in einen Gartenrestaurant bei entsprechendem Wetter. Halber Tag Zeit, um die Stadt am Vanj zu erkunden.

 

21.Tag: Fahrt Kalaikum 7-8h (F/-/-)

Theoretisch kann man von Khorog nach Dushanbe auch fliegen, doch die Kapazität der kleinen Flugzeuge ist gering und oft werden Flüge aus Wettergründen gestrichen. Nach den Entbehrungen und v.a. „Straßen“ Afghanistans fühlt sich die Fahrt zurück in die Hauptstadt nicht mehr so krass an wie während der Hinfahrt. Übernachtung in der selben Unterkunft wie vor drei Wochen

 

22.Tag: Fahrt Dushanbe 8-9h (F/-/-)

Spätestens ab Kulab, der zweitgrößten Stadt des Landes, hat einen die Zivilisation wieder. Tadschikistan sieht vom Autofenster nicht besonders wohlhabend aus, der Unterschied zu etwa Indien oder Pakistan – von Afghanistan ganz zu schweigen – ist aber frappierend. Meist könnte man glauben, auf dem südostlichen Balkan unterwegs zu sein, in Makedonien oder Bulgarien. Am Abend ein letztes gemeinsames Essen, nach Möglichkeit wieder in einer Gartenwirtschaft.

 

23.Tag: Rückflug Deutschland (-/-/-)

Transfer zum Flughafen und in der Regel mit THY nach Istanbul und zurück nach Europa.

 

Kirgisen züchten auch Baktrische Kamele - Moritz

 

Der Preis beinhaltet: Alle Übernachtungen in Hotels, Guesthouses und im Zelt; alle Mahlzeiten in Afghanistan; Frühstück in Tajikistan; alle Transfers und Transporte; internationaler Führer, lokale Führer; lokaler Koch; vollständige Campingausrüstung und Zelte; Tragtiere; Genehmigungen Gorno Badakhshan und Wakhan; 15kg Freigepäck; Thuraya Satellitentelephon

 

Der Preis beinhaltet NICHT: Visa Tajikistan und Afghanistan; Versicherungen; (internationale) Flüge; Eintrittgelder; Getränke Mahlzeiten Mittag-und Abendessen in Restaurants; Trinkgelder; Mittag-und Abendessen in Tadschikistan; Visum

 

Anforderungen: Zu der langen An-und Abreise per Jeep, dem gestrafften Zeitablauf und den recht einfachen, um nicht zu sagen primitiven Bedingungen in Afghanistan kommt der Umstand, dass es sich um eine anstrengende Trekkingtour handelt. Grat IV auf der Talhammer-Skala ist vergleichbar mit manchem schweren Klassiker im Himalaya. Mehrmals wird man von morgens bis abends unterwegs sein und ist dann noch gefordert, sein Zelt selbst aufzustellen. In Afghanistan muss man abgesehen von Ishkashem auf jeden Komfort verzichten. Hindernisse sind vielerlei Art: Furten, Schneefelder, ausgesetzte Pfade; zu jeder Jahreszeit ist Schneefall-und Sturm möglich, der Wakhan bietet alles. Der permanente physische Stress und die ungewohnten Bedingungen erzeugen bei vielen Teilnehmern psychischen Druck. Deshalb ist es äußerst wichtig, Konflikte so bald als möglich beizulegen. Eine überdurchschnittlich hohe soziale Kompetenz ist verlangt, auch im Umgang mit der afghanischen Begleitmannschaft. Sie hat im Gegensatz zu sonst im Himalaya noch selten Bekanntschaft mit Europäern gemacht haben und ist im Umgang „ungeübt“. Afghanistan ist das letzte Land in Asien „ohne Filter“, kaum verwestlicht und ursprünglich sich selbst.

 

Ausrüstung: Die auf Talhammer erwähnte Standardausrüstung. Wer es braucht, Zusatznahrung in größeren Mengen.

 

Flüge: Der internationale Flug gehört nicht zum Leistungspaket und weder UTB noch Talhammer buchen in der Regel Flüge. Unterstützung gibt es unter untamedborders@rtwexperts.co.uk, Tel+44(0)8445609966. Die beste Verbindung von Europa ist mit THY über Istanbul nach Dushanbe, der Termin ist darauf abgestimmt.

 

Visum: Auf dieser Reise sind Visa eine verzwickte Angelegenheit. Für Tajikistan benötigt man eine Visum mit doppelter Einreise. Das kann man nun auch online beantragen. Den GBAO Permit für Khorog/Gorno-Badakhshan erhält man von UTB vor Ort in Dushanbe. Botschaften Afghanistans in Europa rücken nicht ohne Weiteres mit Visa für Touristen heraus, dazu braucht man zumindest ein Empfehlungsschreiben oder eine Einladung von UTB. Verschiedene Agenturen wie www.visum.de übernehmen die Besorgung der Visa. Wichtig ist das afghanische Visa vor Antritt der Reise im Pass zu haben. In Khorog gibt es ein afghanisches Konsulat, doch auf dessen Dienste darf man sich in der kurzen Zeit keinesfalls verlassen. Im Zweifelsfall Kontakt mit UTB aufnehmen.

 

Versicherung: ARKV und Bergungsversicherung werden empfohlen, man braucht sich jedoch keiner Illusion hinzugeben: Jenseits von A-Ishkashem sind auch rudimentäre Formen einer Rettung und eines Gesundheitssystems nicht vorhanden. Das ist – leider noch immer, im 21.Jahrhundert – Afghanistan. Es gibt nur Selbsthilfe, und dafür braucht es im Prinzip keine Versicherung. Ein Thuraya Satellitentelephon ist dabei, einen Hubschrauber wird man in 99,99% der Fälle nicht rufen können. Versicherungen wie „Global Rescue“ machen vollmundige Versprechungen, die sie nicht halten können. UTB kennt die neuesten Entwicklungen, per Email oder Telefon kontaktieren.

 

Gesundheit: Die Versorgung in Dushanbe und Khorog zehrt noch vom sowjetischen Erbe. In A-Ishkashem gibt es ein winziges tajikisches Krankenhaus, in Khandud einen Healthpost mit ein paar Pillen und einem Stethoskop. Für Menschen mit chronischen Problemen wie Herzbeschwerden ist die Tour nicht zu empfehlen. Afghanistan ist notorisch unhygienisch, deshalb beim Essen auf Trekking besonders darauf achten. Der Koch ist instruiert und tut sein Bestes. Ansonsten sollte speziell in Afghanistan nichts schief gehen.

 

Verpflegung: Außerhalb Dushanbes nimmt Qualität und Auswahl der Verpflegung kontinuierlich ab. Khorog hat heutzutage noch gute Küche zu bieten, jenseits des Amu Darya ist dann nur wichtig, die erforderlichen Kohlenhydrate für die schweren Bergetappen in sich hinein zu bekommen. Das Angebot im Bazaar von A-Ishkashem ist begrenzt, Guide und Koch versuchen ihr Möglichstes. Auf Trekkingtour ist die Versorgung ausreichend bis reichlich, wenn auch hin und wieder eintönig. Man kann nicht erwarten, was z.B. Trekkingköche in Nepal oder Pakistan auf den Tisch zaubern. Vorlieben wie vegetarisch/vegan und Unverträglichkeiten wie Allergien und Zöliakie schon bei der Anmeldung erwähnen, damit darauf reagiert werden kann. Eine schlechte Idee ist es, die Tour als Abmagerungskur zu verstehen und von Beginn die Nahrungsaufnahme einzuschränken. Es kann praktisch unbegrenzt Ergänzungsnahrung mitgenommen werden.

 

Unterkunft: Abgesehen von der letzten Nacht in Dushanbe kann keine einheitliche Unterkunft geboten werden. Der Preis gilt für Doppelbelegung von Zimmern und Zelten. Kategorisch gibt es keine Einzelunterbringung. In Kalaikum, A-Ishkashem, Qila-e Panja und Sarhad-e Boroghil muss vielleicht in Mehrbettzimmern geschlafen werden, und das manchmal auf Matrazen auf dem Boden.

 

Transport: Wir nutzen die von den Partneragenturen gestellten Fahrzeuge. Deren Fahrer und die jeweiligen einheimischen (Assistant) Guides prüfen die Fahrzeuge vor Beginn jeder Fahrt nach bestem Wissen und Gewissen. In Afghanistan sind für alle Transporte 4WDs einplant, manchmal ist es dann aber doch nur ein Corolla. Im Schadensfall wird mit dem Satellitentelephon Unterstützung gerufen. Es wird das Möglichste getan, um eine Autofahrt so komfortabel, angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Das hängt von dem Zustand der Straße, der Länge der Reise, Fahrer und Fahrzeug ab. Es wird versucht, all diese Faktoren so weit wie möglich miteinzubeziehen und zu berücksichtigen. In Afghanistan ist das erfahrungsgemäß ein sehr „komplexes“ Unterfangen.

 

Führer/Guides: Moritz war von 2013-15 viermal im Wakhankorridor und gehört noch immer zu den guten Kennern der Region. Unterstützt wird er von einem Team lokaler Wakhi-Guides, die ihre Heimat wie ihre Westentasche kennen und Dutzende Gruppen in den Wakhan geführt haben.

 

Vertragspartner und Leitung: Veranstaltet wird die Tour von Untamed Borders, unter der Leitung von James Willcox.

 

ERNEUTER HINWEIS: UTB und Talhammer hoffen gemeinsam, den hier beschriebenen Verlauf den Kunden bieten zu können. Dafür gibt es jedoch keine Garantie; Wetter und andere unvorhergesehene Ereignisse können zur Abänderung des Verlaufs führen, bis zur Streichung ganzer Passagen. Liegt „Höhere Gewalt“, auch „Force Majeure“ vor, gibt es keinen Anspruch auf Entschädigung.

 

Die Begleitmannschaft beim Abendessen - Moritz
 

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