Talhammer
Haleji-See, Sindh - Moritz

 

SCHWIERIGKEITSKLASSEN UND RISIKEN

 

Schwierigkeitsklassen

 

Die Schwierigkeitsklasse ist nur eine grober Anhaltspunkt dafür, ob man für eine Tour in Frage kommt. Bei einer so vielfältigen Betätigung wie Bergwandern ist es auch unmöglich, verschiedene Schwierigkeitsklassen scharf gegeneinander abzugrenzen. Denn wie soll man z.B. die Dauer der Etappe gegenüber dem Höhengewinn gewichten? Sind zehn Stunden Ebene anstrengender als 4 Stunden steiler Anstieg? Wie rechnet man dann Wegbeschaffenheit, Höhe der Pässe, usw. mit dazu? Die Einteilung hier bezieht sich hauptsächlich auf die Dauer der Etappen, die physische Anstrengung und die Bedingungen der Wege. Sie beginnt bei III, weil leichtere Touren bei Talhammer in der Regel nicht angeboten werden. Um das Bild zu differenzieren, gibt es dann in der jeweiligen Reisebeschreibung Gewichtungen wie III+ oder IV-V. Wo genau jeweils die besonderen Anforderungen liegen, wird ebenfalls erläutert. Eine V+ bedeutet (hoch)alpine Elemente.

 

Schwierigkeitsklasse III: Touren dieser Kategorie führen auf guten Wegen in der Regel nicht mehr als sieben Stunden durch die Berge. Auf Schnee trifft man selten, auf Eis im Prinzip nie. Die physische Anstrengung ist im Normalfall bei ihnen schon recht hoch. Die maximale Höhe kann 5000 Meter erreichen, manchmal auch 5500 Meter.

 

Schwierigkeitsklasse IV: Wege dieser Kategorie können schmal, rutschig, sehr steinig oder überhaupt nicht vorhanden sein. Mehrere Etappen dauern über sieben Stunden, die Tour in der Regel lang. Auf Schnee trifft man häufiger, gelegentlich auch Eis, wo vielleicht Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Höhen über 5000 Meter sind die Regel. Das Trekkinggebiet ist in der Regel abgelegen und fern der meisten Zivilisation.

 

Schwierigkeitsklasse V: Wege sind meistens schlecht und öfter nicht vorhanden. Viele der Etappen dauern bis zum (späten)Nachmittag. Häufig wird über viele Etappen auf Gletschern gegangen. Oft bleibt man lange hoch oben und überquert Pässe höher als 5500 Meter. Technische Mittel können zum Einsatz kommen, das Trekkinggebiet ist immer fern der Zivilisation.

 

Bestens behütet - Annapurna 2010 - Moritz

Risiken

 

Diesen Paragraphen sollte man aufmerksam studieren, sich aber gleichzeitig realistisch vor Augen führen, wie wahrscheinlich das Eintreten einer Behinderung oder Schlimmerem ist. Tatsache bleibt, dass die meisten Touristen in (Süd)asien nach einem problemlosen Urlaub zufrieden nach Hause fliegen, auch die Kunden von Talhammer. Natürlich birgt eine Trekkingtour in Nepal, Pakistan oder Indien höhere Risiken als in den Alpen, Kanada oder Neuseeland. Wem der Gedanke an die Risiken während einer Trekkingtour durch den Himalaya fast den Schlaf raubt, sollte besser wirklich woanders hingehen.

 

Gesundheit vor Antritt der Reise: Es gibt Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage kommen. Darüber entscheidet der Arzt.

 

Sicherheitsbedenken: Südasien ist politisch und sozial nicht so stabil wie Europa. Darüber informiert das Auswärtige Amt.

 

Internationaler Flug: Auch internationale Airlines können streiken(Lufthansa!). Und das Gepäck bei Transfers verloren gehen. Manchmal bekommt man es am nächsten Tag, manchmal nie.

 

Flugtransfers im Inland: Inlandsflüge sind sehr anfällig und fallen zum Teil für Tage, wenn nicht Wochen in Folge aus. Kann der Ausgangspunkt der Tour nicht erreicht werden, muss sie durch eine andere Tour ersetzt – oder abgebrochen – werden. Auf dem Rückweg können Verzögerungen dazu führen, dass der internationale Flug verpasst wird. Entstehende Zusatzkosten müssen selber getragen werden.

 

Wetter: Das Wetter kann nicht nur Inlandsflüge unterbinden, sondern auch Straßen und Wege unpassierbar machen. Besonders in Gebirgen, egal wo auf der Welt, kann bei Unwettern höchste Gefahr entstehen.

 

Straßenverkehr: Dies ist bei Weitem das größte Risiko und leider nicht zu vermeiden.

 

Stromausfälle: Alle Länder Südasiens leiden unter Stromknappheit, v.a. Nepal. Das ist ein Ärgernis, wenn das WiFi nicht funktioniert, und wird zur echten Gefahr, wenn man in einer Stadt auf einmal nachts ohne Taschenlampe dasteht und wie überall zahlreiche Kanaldeckel fehlen.

 

Naturkatastrophen: Moritz war während des Erdbebens 2005 in Pakistan(allerdings im anderen Teil von J&K in Zanskar) und während beider Erdbeben 2015 in Nepal vor Ort. Das Erdbebenrisiko im Himalaya ist deutlich höher wie in anderen Gegenden. Überschwemmungen wie in Pakistan 2010 und Stürme wie in Nepal 2014 können eine ganze Saison ruinieren und Gruppen, ein kleines Übel in diesem Fall, zur Umkehr und Abbruch der Tour zwingen.

 

Auf Trekkingtour: Auf schlechten Wegen, über Erdrutsche, auf zugeröllten oder verspalteten Gletschern, über wackelige Brücken und quer durch tiefe, schnell fließende Flüsse ist das Unfall-und Verletzungsrisiko größer als auf guten Wegen usw. Es besteht die Gefahr, an AMS zu erkranken. Bei Hochtouren gibt es die Gefahr von Lawinen und Steinschlag. Sicherlich fängt man sich in Südasien eher als in Europa eine schwere Darminfektion ein.

 

Bergung und Krankenhäuser: Bei Verletzung oder schwerer Erkrankung ist eine schnelle Bergung nicht immer möglich, der Himalaya ist nicht die Alpen! In Indien gibt es praktisch keine Luftrettung, in Pakistan nur selten und auch in Nepal kann man sich nicht fest darauf verlassen. Die medizinische Versorgung hat sich besonders in Indien in den letzten Jahren stark verbessert, aber in Kathmandu und Islamabad bleibt großer Nachholbedarf.

 

und die lieben Mitmenschen: Das ist leider alles andere als ein Witz. Früher waren unhaltbare Versprechungen in den Reisekatalogen, schlechter Service oder Missgeschicke vor Ort hauptverantwortlich für Beschwerden. Seit mehreren Jahren hat man den Eindruck, also ob andere Gruppenteilnehmer(man selbst natürlich niemals...) der Hauptgrund für Klagen sind. Man könnte nun untersuchen, wie das geschehen ist und was das über die deutsche (westliche) Gesellschaft allgemein aussagt, hier jedoch nur soviel: Es ist ein Jammer, wenn sich die Kundschaft eine teure Reise in eine der schönsten Gegenden der Welt wegen einiger Lappalien(denn um diese handelt es sich IMMER!) gegenseitig vermiest. Bei den Teilnehmern einer Gruppe handelt es sich um Erwachsene und es muss einfach möglich sein, dass sich diese für ein paar Wochen so zusammenreißen, damit jeder Spaß und Freude im Himalaya hat!!!

 

Wäre es nicht schade um den "Trip of a live time"? - Unterwegs zum "echten" Annapurna BC, im Hintergrund Dhaulagir(8167m) und Tukuche(6920m) - Moritz

Copyright © 2017 All Rights Reserved