Talhammer
Mount Meru, Garhwal Himal bei Tapovan - Moritz

 

GESUNDHEIT UND HÖHENKRANKHEIT(ACUTE MOUNTAIN SICKNESS=AMS)

 

Dieser Paragraph ist unterteilt in Vorbereitungen, Impfungen, Gesundheit während des Treks und Höhenkrankheit, die ab hier AMS(Acute Mountain Sickness) genannt wird. Speziell für diesen Paragraphen übernimmt Talhammer keine Haftung, verlässliche Hinweise kann generell nur ein Mediziner erteilen.

 

Vorbereitungen

 

Wer älter ist als 50 und/oder größeres Übergewicht besitzt, sollte vor Antritt einer Trekkingtour mit seinem Arzt reden. Das gilt generell für jeden, der mit Herz-oder Lungenproblemen zu kämpfen hat oder an hohem Blutdruck oder einer anderen chronischen Krankheit leidet. Es muss aber auch ganz klar erwähnt werden, dass Alter, über 65, über 70 und mehr, keine Hürde ist, eine Trekkingtour zu unternehmen. Man wird im Gegenteil relativ viele Ruheständler auf den Pfaden treffen. Sämtliche Risiken müssen unter dem Aspekt der eingeschränkten oder nicht vorhandenen Rettungs-und Bergungsmöglichkeiten im Notfall gesehen werden. Kein Fehler ist es, vor Beginn der Reise dem Zahnarzt einen Besuch abzustatten.

 

Asthma: Asthma ist kein Grund, auf Trekking zu verzichten. Medikamente und Inhalator bei sich tragen und andere Gruppenteilnehmer und Führer vorher darüber unterrichten, was im Notfall zu tun ist.

 

Diabetes: Wer seinen Blutzucker über die Ernährung oder die eigene Gabe von Medikamenten kontrollieren kann, muss auf Trekking nicht verzichten. Die Medikamente dürfen nicht verloren gehen und müssen deshalb äußerst sicher aufbewahrt werden. Andere Gruppenteilnehmer und den Führer bei Beginn der Wanderung darüber unterrichten, was im Notfall zu tun ist. Trekking verbraucht viel Energie, deswegen wird oft mehr Nahrung aufgenommen. Deshalb den Blutzuckerspielgel häufiger als sonst kontrollieren.

 

Hoher Blutdruck: Wie Höhe, also geringerer Luftdruck und Sauerstoffgehalt der Luft den Blutdruck beeinflussen, ist noch nicht klar, aber es kann geschehen. Deshalb vor der Reise mit dem Hausarzt darüber sprechen.

 

Vergangene Thrombosen und Embolien: Die Thrombose-oder Emboliegefahr ist in der Höhe nicht größer als sonst, obwohl das Blut in der Höhe nachweislich viskoser, also dicker wird. Wer aufgrund vergangener Erkrankungen Medikamente einnehmen muss wie z.B. Marcumar, darf auf Höhe die Medikation keinesfalls unterbrechen. Besonders bei dieser Problematik vorher nochmal mit dem Hausarzt kontaktieren.

 

Epilepsie: Das Risiko eines Anfalls nimmt in der Höhe nur geringfügig zu. Vor Beginn der Tour die anderen Teilnehmer und den Führer darüber unterrichten, was im Notfall zu tun ist.

 

Vergangene Lungenentzündungen und chronische Bronchitis: Ein geschwächte Lunge könnte auf Höhe(verbunden mit Staub, Kälte und Trockenheit wie es oft vorkommt) zu einer schnelleren Erkrankung durch ein Lungenödem führen. Wer eine angegriffene Lunge hat, muss unbedingt vorher seinen Hausarzt und einen Spezialisten um Rat fragen.

 

Vor Antritt der Reise besser noch geschwind zum Zahnarzt - Dentist Peshawar 2011 - Moritz

 

Tropische Krankheiten und Impfungen

 

Auch für diese Informationen hier übernimmt Talhammer keine Haftung und keine Gewähr. Verlässliche Informationen findet man unter anderem auf der Seite des Auswärtigen Amts, das Centrum für Reisemedizin oder der CIWEC Clinic in Kathmandu(auf Englisch). Wichtig ist, sich Monate vor Antritt der Reise zu informieren, da der Impfprozess länger andauern kann.

 

Malaria: Ein theoretisches Risiko besteht in der Malaria(gleichbedeutend mit Monsun)-Saison von Juni bis September in den Ebenen, also während den extrem kurzen Aufenthalten in Islamabad, Delhi und dem Chitwan Nationalpark in Nepal. Dieses vernachlässigbare Risiko erfordert im Normalfall keine Medikation, auf mechanische Abwehr sollte aber nicht verzichtet werden(ganz besonders im Zusammenhang mit Dengue, siehe unten). An einer Impfung gegen Malaria wird seit Jahrzehnten geforscht, Fortschritte werden dabei gemacht.

 

Dengue: Das Risiko an Dengue zu erkranken ist höher als das von Malaria. Die Verbreitung ist ebenso, in den Ebenen in der Monsunzeit. Dort wird auf Talhammer-Touren sehr wenig Zeit verbracht. Da es keine Impfung gibt und die lästigen Moskitos in den Ebenen im Monsun stark verbreitet sind, bleibt nur die mechanische Abwehr.

 

Hepatitis A: Die gewöhnliche „Gelbsucht“ ist weit verbreitet in Südasien. Sie wird über infiziertes Wasser oder Geschirr übertragen. Wer nur für kurze Zeit, z.B. eine Talhammer-Tour unterwegs ist, braucht im Normalfall keine Impfung. Anders ist es bei Langzeitreisenden. Wer schon mal an Gelbsucht litt, ist normalerweise immun.

 

Hepatitis B, C, D: Alle drei sind schwere Krankheiten, die aber wie HIV nur über Blut-und Geschlechtskontakt übertragen werden. Gegen die B gibt es eine Impfung, die Kurzzeitreisende jedoch normal nicht benötigen.

 

Meningitis/Meningokkoken: Manche Stellen empfehlen die Impfung gegen Hirnhautentzündung in allen Ländern Südasiens.

 

Cholera: Diese schwere Durchfallerkrankung kommt häufig in Südasien vor, besonders im Monsun und bei beengten, unhygienischen Wohnverhältnissen. Die Impfung dagegen soll wenig Schutz bieten, Vorsicht ist deshalb ganz besonders bei der Wasseraufnahme geboten und bei anderen Hygieneproblemen.

 

Typhus: Kommt in ganz Südasien häufig vor, hin und wieder auch in den Gebirgszonen, eine Impfung ist deshalb sicherlich angebracht.

 

Paratyphus: Zu Deutsch die Salmonellen, sind in Südasien ebenso keinesfalls unbekannt. Eine schwere, potentiell tödliche Darminfektion, gegen die es keine Impfung gibt. Wieder Vorsicht bei der Wasseraufnahme und generell mit der Hygiene.

 

Tetanus: Gegen den Wundstarrkrampf sollte/muss jeder schon von Haus aus geimpft sein. Vor Beginn der Reise mal wieder einen Blick in den Impfpass werfen.

 

Polio und andere Kinderkrankheiten: Von den in Europa üblichen Impfungen im Kindesalter ist besonders die gegen Polio wichtig, da diese Krankheit in Südasien noch immer weit verbreitet ist.

 

Tuberkulose: Die TB ist in Südasien weit verbreitet, die meisten Menschen aus dem Westen sollten dagegen geimpft sein.

 

Japanische Enzephalitis: Eine andere Form der Hirnhautentzündung, mal wieder übertragen durch Mückenstich. Wird im Normalfall nur empfohlen, wenn man sich über längere Zeiträume(Monate) in den Ebenen aufhält.

 

Tollwut: Bis in die '70er Jahre waren die Hänge der nördlichen Schwäbischen Alb die Gegend mit der höchsten Tollwutverbreitung weltweit und auch dort wurde nicht regelmäßig gegen Tollwut geimpft. In Südasien wird man eher von einem Affen als einem Hund gebissen. Beide können das Virus übertragen. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr gering.

 

Der Körper braucht ein paar Tage, um sich an die neue Kost zu gewöhnen - Fahrt nach Yilik, K2/Xinjiang - China - Moritz

 

Gesundheit während der Trekkingtour

 

Ankunft: Bei Ankunft teilt jeder Teilnehmer der Leitung die Details zu Kranken-und Bergungsversicherng mit. Die Leitung sollte auch besser über chronische Krankheiten, frühere Erkrankungen und Medikationen in Kenntnis gesetzt werden, damit im Notfall schnell(er) reagiert werden kann.

 

Trinkwasser: Dies ist der heikelste Punkt von allen. Wenn man erkrankt, dann an etwas, das irgendwie mit (Trink)Wasser zu tun hatte. Andererseits ist es wenig hilfreich, wegen des Themas in Panik zu verfallen. Trotzdem lautet die oberste Devise: Nie, also wirklich NIE unbehandeltes Wasser trinken, auf gar keinen Fall irgendwo aus einem Wasserhahn und auch nicht aus Bächen oder anderen Quellen. Wasser muss generell entweder abgekocht, gefiltert oder desinfiziert werden. Auch auf das abgepackte Mineralwasser verzichtet man besser und nimmt die Wasserbehandlung selbst vor. Die Trekkingindustrie hat mittlerweile eine überraschend große Auswahl an Möglichkeiten. Keine Sorgen muss man sich auf Tour machen: Die Küchencrew wird dafür sorgen, dass jeder Teilnehmer ausreichend mit 100% sicherem Wasser versorgt wird. Zur Sicherheit bringt man aber doch einen Filter oder Desinfektionsmittel für unterwegs mit.

 

Durchfall: Leider verfallen viele bei diesem Thema sofort in Panik und greifen bei den kleinsten Anzeichen ihren eigenen Antibiotikavorrat und den der anderen Teilnehmer an. Dabei werden gerade zu Beginn eines Aufenthalts in Südasien die allermeisten Probleme durch Nahrungs-und Klimaumstellung verursacht und sind nach wenigen Tagen ohne jegliche Medikamentengabe wieder vorbei. Natürlich darf man die Problematik keinesfalls verharmlosen und größte Vorsicht bei Trinkwasser muss über die ganze Dauer der Tour gewahrt bleiben. Wer sich an diese Vorkehrungen hält, läuft wirklich nur geringe Gefahr, ernsthaft an Durchfall oder Dysenterie zu erkranken. Liegt eine Lebensmittelvergiftung vor, kann man sowieso nichts machen außer warten, bis alles wieder auf irgendeinem Weg ausgeschieden ist. Fühlt man sich über einen längeren Zeitraum unwohl und dadurch naturgemäß geschwächt, die Leitung informieren, die dann über eine Medikamentengabe nachdenkt(was sie eigentlich nicht darf). Wichtig ist bei jeder Form von Durchfall darauf zu achten, dass der Flüssigkeitsverlust kompensiert wird, denn ein ausgetrockneter Körper erkrankt schneller an AMS.

 

Dehydration: Um seine Leistungsfähigkeit zu erhalten und um gegen die AMS vorzubeugen ist es unabdingbar, genügend zu trinken. Das hört sich zunächst wie eine absolute Binsenweisheit an, ist aber manchmal schwieriger gesagt als getan. Vor allem in hoher, trockener Luft mit extremer Sonneneinstrahlung wie auf den meisten Treks in Pakistan, Ladakh und Gegenden wie Upper Dolpo in Nepal schwitzt man schneller wie man manchmal nachschütten kann und merkt gelegentlich nicht einmal, wie viel man schwitzt, weil Rücken und Achselhöhlen vor lauter trockener Hitze(und vielleicht noch Wind) nicht mehr feucht werden. Ein sogenannter Camelbag ist nach Auffassung von Moritz nicht nötig, aber sicher ist es keine schlechte Idee, dem Wasser Elektrolyte und Mineraltabletten beizumischen(womit der Camelbag sich eigentlich schon erledigt hat). Der tägliche Flüssigkeitsbedarf kann bei sechs Litern liegen. Manche Trekker benutzen wegen des häufigen nächtlichen Harndrangs eine Urinflasche.

 

Höhenhusten(Khumbu-Cough) und Bronchitis: Wenn wie im Khumbu(dem Everest-Gebiet) Höhe, Kälte, Wind und Staub zusammenkommen, wehrt sich manchmal der Körper mit Husten. Der kann für den Leidtragenden und die Mitreisenden ein Maß erreichen, das sich bedenklich anhört. Es ist nicht einfach zu entscheiden, was noch ein besonders starker Reizhusten ist und was eine beginnende Bronchitis oder schlimmer, Lungenentzündung. Tatsache ist, beim Khumbu-Cough bringt die Einnahme von Antibiotika nichts. Besser sind reichlich Lutschbonbons, um die Bronchien zu beruhigen. Der Verlauf des Khumbu-Cough muss jedoch aufmerksam verfolgt werden. Wenn ein Arzt eine Bronchitis diagnostiziert, muss er auch gleich über Sinn und Unsinn einer Antiotikagabe entscheiden.

 

Hitze, Kälte und Erschöpfung: Die Gefahr von Hitzschlag und bei ungeschützter Haut von schwerem Sonnenbrand ist nicht nur real, für Nichtbeachtung der Vorsichtsmaßnahmen folgt die Strafe aber zu 100% auf dem Fuß, und das kann sehr, sehr schmerzhaft werden. Dagegen ist nicht jeder gleich anfällig für Unterkühlung, Vorsicht muss aber jeder bei Flussdurchquerungen walten lassen=> und gleichzeitig Gas geben. Manche Kunden denken, eine Trekkingtour sei eine gute Gelegenheit zum Abnehmen und sparen am Essen. Das ist völlig verkehrt, denn der Körper braucht die Energie und Gewicht verlieren die meisten nebenbei. Vielen Kunden vergeht aus anderen Gründen der Appetit, mit unangenehmen Folgen. Bei so einer anstrengenden Betätigung wie Trekking braucht die Maschine Energie. Eine Hungerkrise ist zwar leicht zu behandeln, man sollte aber trotzdem versuchen, sich diese Erfahrung zu ersparen.

 

Blasen: Blasen sind Verletzungen, die behandelt werden müssen. Das geschieht auch meistens, denn sie sind nicht nur lästig, sondern tun auch weh. Wer weiß, dass er trotz eingelaufener, weicher Stiefel Blasen bekommt, sollte seine Füße schon vorher abkleben.

 

Geburt, Leben und Tod auf über 4000 Meter - Nomaden im afghanischen Wakhan-Korridor - Moritz

 

Akklimatisierung und AMS(=Acute Mountain Sickness, Höhenkrankheit)

 

Keine andere Erkrankung im Himalaya tötet mehr Trekker als AMS. Dieses Risiko zu erkranken ist ein vielfaches höher als das von Malaria, Dengue, Enzephalitis oder Tollwut. Deswegen sollte dieser Paragraph(und weiteres) gründlich gelesen werden.

 

=> GRUNDREGEL: Prävention! Nicht an AMS erkranken! Bei milden Beschwerden die Leitung informieren und entschieden handeln!

 

Alle Talhammer-Touren sind auf das AMS-Risiko ausgerichtet, folgen also Abläufen, wonach im Normalfall keine AMS entstehen sollte. Es gibt jedoch wenige, allerdings unvermeidliche Ausnahmen, hauptsächlich, weil es keine passenden Lagerplätze gibt. Darauf wird vorher hingewiesen. Wichtig ist, immer genügend oder mehr als genügend zu trinken.

 

AMS: Ab einer Höhe von 2500 Metern muss man beginnen, auf die Symptome der AMS zu achten. Der Kreislauf braucht Zeit, um sich an den geringeren Luftdruck und an den geringeren Sauerstoffgehalt der Luft anzupassen. Diesen Vorgang nennt man Akklimatisierung. Auf einer Höhe von 5500 Metern herrscht nur noch der halbe Luftdruck wie auf Meereshöhe, und die Luft besitzt nur noch den halben Sauerstoffgehalt. Gefährlich ist nicht die Höhe an sich, ausreichend akklimatisiert kann der Mensch Monate auf 5500 Metern überleben und manche über 24 Stunden auf 8000 Metern verbringen. Gefährlich ist das ZU SCHNELLE Aufsteigen. Faustregeln sind: Nicht mehr aufsteigen als 300 Meter am Tag; ein Ruhetag auf 3000 Metern; und ein Ruhetag für weitere 1000 Meter.

 

Normale Beschwerden: Niemand, der frisch auf 4000 Metern ist fühlt sich so wohl wie auf Meereshöhe. Deswegen gehört leichtes Unwohlsein zu den Beschwerden der Akklimatisierung. Wichtig ist, kontinuierlich auf seinen Körper zu hören und sich mit anderen, besonders der Leitung, darüber auszutauschen.

Die normalen Probleme sind: Gelegentliche Schlaflosigkeit; und das Gegenteil davon, erhöhter Schlafbedarf; gelegentlicher Appetitmangel; gelegentliche Kurzatmigkeit, am Tag und im Schlaf; Aufwachen wegen Kurzatmigkeit; häufige Atempausen beim Gehen; vermehrtes Schnarchen; erhöhter Harndrang; Wasseransammlungen(Ödeme) im Gesicht und an den Händen

 

Milde Beschwerden: Schon eine der aufgelisteten Beschwerden kann Vorstufe für eine schwer Erkrankung sein. Deswegen sofort die Leitung darüber informieren.

Kopfschmerzen: Nicht jeder Kopfschmerz wird durch AMS verursacht, aber die erste Vermutung muss immer AMS sein. Wer nachts Kopfschmerzen bekommt, muss diese nicht klaglos ertragen und nimmt ein Medikament. Wichtig ist nur, sich nicht einzureden, man hätte keine Probleme mehr.

Übelkeit: Kann alleine auftreten, kommt aber meistens zusammen mit dem Kopfschmerz.

Leichtes Schwindelgefühl: Tritt meistens während dem Gehen auf. Wenn eine etwas längere Ruhepause nicht hilft, die Leitung informieren.

Andauernde Appetitlosigkeit: Die kann zwar auch andere Gründe haben, aber die erste Vermutung muss AMS sein.

Schmerzender oder trockener, harter Husten: Natürlich könnte das auch der oben erwähnte Reiz(Khumbu)husten sein, aber die Vermutung muss auf AMS lauten.

Praktisch alle Symptome außer Durchfall oder eine Halsentzündung können die Vorstufe zur AMS sein. Nochmal: Jedes Symptome könnte auch andere Ursachen haben, jedoch muss der Verdacht auf AMS fallen, da in diesem Fall weiterer Höhengewinn fatale Folgen haben kann.

 

=> GRUNDREGEL: Bei einer dieser milden Beschwerden NIEMALS weiter emporsteigen!

 

Wenn sich eines oder mehrere der milden Symptome während des Gehens einstellen, muss man anhalten, im Schatten ausruhen und viel trinken. Wenn die Beschwerden nicht verschwinden, muss ein Ruhetag einlegt werden. Das ist bei größeren Gruppen, die die Tour nicht da beenden, wo sie sie begonnen haben, manchmal etwas schwer zu lösen, doch solche Fragen sind angesichts der Gefahren der AMS absolut nebensächlich.

 

Wenn trotz unterbrochenen Aufstiegs eine der folgenden starken Beschwerden einsetzt, besteht konkrete Lebensgefahr, manchmal innerhalb weniger Stunden.

 

STARKE BESCHWERDEN: Ununterbrochene, starke Kopfschmerzen; andauernder Brechreiz; Schwindelgefühl, Unfähigkeit, gerade aus zu gehen; kurzer Verlust des Bewusstseins und Unfähigkeit, Erklärungen zu folgen; Wassergeräusche in der Lunge(bei fehlender Rettungsmöglichkeit ist dann fast schon zu spät); sehr starker, kontinuierlicher Husten; starke Atembeschwerden; Hyperventilation und lang andauernde Atemlosigkeit; blutiger Husten und Auswurf; deutliche Bläue der Nasenspitze und Lippen; andauernder hoher Puls(>120); extreme Müdigkeit; rapide Verschlechterung der milden Symptome. Wichtig: Zwei der sichersten Symptome sind beim Gehen Schwindelgefühle und vor allem der plötzliche Leistungsabfall.

 

=> GRUNDREGEL: SOFORTIGER UND SCHNELLER ABSTIEG BEI EINER DIESER STARKEN BESCHWERDEN!!!

 

Sei es in der Nacht um zwei Uhr und bei Sturm und Schnee: Selbst wenn ein Gamov-Sack oder Flaschensauerstoff vorhanden sind, muss unbedingt versucht werden, abzusteigen. Wenn man Wassergeräusche in der Lunge vernimmt, ist es zu spät, einen Notruf abzusetzen und auf den Hubschrauber zu warten, der unter Umständen nicht kommt(Wetter usw.).

 

Diamox: An diesem Medikament scheiden sich mittlerweile die Geister. Eine Schule rät, Diamox präventiv zu schlucken und somit die Akklimatisierung zu verbessern. Die andere Schule rät, es als Notfallmittel in Reserve zu behalten und bei sich verschlechternden milden Symptomen zur Sicherung des Abstiegs einzusetzen. Talhammer rät zu Schule Zwei. Ein Vorrat an Diamox sollte jeder Kunde bei sich haben. Wann er diesen nutzt, bleibt ihm überlassen, sollte/muss aber die Leitung benachrichtigen, wenn es soweit ist.

 

Dexamethason, Nifedipin, Tadalafil: Dexamethason ist ein Akutmittel, Nifedipin und Tadafil sind Präventionsmittel. Keines dieser Medikamente befindet sich in der Talhammer-Apotheke, wie oben erwähnt, ist es die oberste Devise, AMS überhaupt erst nicht entstehen zu lassen.

 

Volksfest auf 4500 Metern: Saga Dawa, Mt.Kailash, Tibet, China - Moritz

 
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