Talhammer
Chilasi-Schuhmode 2016 - Moritz

 

AUSRÜSTUNG UND BÜCHER

 

Besser geht man auf Nummer Sicher und bringt die gesamte Ausrüstung von daheim mit. In Kathmandu gibt es zwar alles zu kaufen, Originalware ist jedoch kaum billiger als in Deutschland. In Leh ist die Auswahl schon deutlich geringer und in Pakistan findet man nur, was andere Expeditionen zurückgelassen haben. Jeder hat seine Vorlieben, was Materialien, Marken usw. anbetrifft, deswegen wird nicht lange besprochen, ob jetzt z.B. lieber ein Daunen-oder Kunstfaserschlafsack mitgebracht werden soll. Zu beachten sind Gewichtsbegrenzungen: Für internationale und Inlandsflüge und auf Trekking. Überall kostet Mehrgepäck (zum Teil deutlich) mehr. In Kathmandu, Leh, Islamabad usw. und oft auch weiter in den Bergen kann Gepäck kostenfrei deponiert werden. Es folgt die Standard-Trekkingausrüstung, die immer mitgebracht werden muss. Sollte weitere Ausrüstung nötig sein oder besondere Anforderungen erfüllt werden, wird in der Beschreibung der jeweiligen Tour darauf hingewiesen.

 

Transportsack/tasche(70l): Darin wird das Gepäck transportiert(in der Regel 15kg Gesamtgewicht), das dem Träger, Porter, Muli-oder Yaktreiber übergeben wird. Er muss sehr strapazierfähig und wasserdicht sein.

 

Tagesrucksack: Den trägt man selbst auf der ganzen Tour. Er braucht nicht größer als 30l zu sein, denn mehr als 6 oder 7kg sollte niemand in seinem Tagesrucksack haben. Schutzhülle gegen Regen.

 

Geldgürtel/“Geldkatze“: Für Pass, Bargeld, Reisedokumente usw.

 

Schlafsack: Besser schwitzt man in einem Schlafsack als dass man darin friert. Standard sind -7°C, wer sich für besonders kälteempfindlich hält, sollte noch zwei, drei mehr(weniger) wählen. Zum Schlafsack gehört ein Innenschlafsack.

 

Aufblasbare Bodenmatte: Auf Teahousetreks unnötig. Bei Zelttreks wird eine Schaumstoffmatte gestellt, die manchem ausreicht. Wer sicher gehen will, besonders bei Gletschertouren, bringt eine aufblasbare Bodenmatte mit.

 

Wanderschuhe: Leichte Lederstiefel sind ideal. Das dazugehörige Lederfett nicht vergessen. Ist robusteres Schuhwerk von Nöten, wird darauf hingewiesen. Goretex-Stiefel gehen natürlich auch. Sollten steigeisenfeste Stiefel erfordert sein, wird das in der jeweiligen Reisebeschreibung erwähnt.

 

Turnschuhe, Sandalen, Badelatschen: Leichte Turnschuhe oder Sandalen sind geeignet für die Zeit im Lager, in Städten und auf ganz leichten Etappen. Badelatschen oder Sandalen sind bei Flussquerungen unerlässlich. Badelatschen kann man wirklich vor Ort sehr günstig erstehen.

 

Socken: Das Mindeste sollten jeweils vier Paar dünne und dicke Socken sein.

 

Thermounterwäsche: Mindestens ein Satz Ober/Unterteil. Oberteile können auch wie ein T-Shirt getragen werden, deshalb auch zwei oder drei. Mancher hat eine Garnitur für den Tag und eine für die Nacht.

 

Regenschutzjacke: Eine Goretex-Jacke bringt mehr als ein Poncho und schützt weit besser gegen Wind.

 

Daunenjacke: Und wenn man sie nur einen Abend braucht im Monat, dann lohnt sie sich! Es gibt praktisch keine Reise außer vielleicht einen Kulturtrip, auf den man keine Daunenjacke mitnimmt.

 

Fleecepullover/jacke: Zwischen Unterwäsche und Daunen/Regenschutzjacke wird oft, speziell am Abend, noch eine weitere Schicht getragen. Die kann zum Beispiel aus Fleece sein.

 

T-Shirts/Hemden: Für den Marsch bei sonniger, warmer Witterung. Drei Stück sollten das Minimum sein.

 

Trekkinghose: Robust, strapazierfähig und winddicht. Besser zum Abzippen, so hat man auch gleich die Shorts.

 

Leichte Freizeithose: Für An-und Abreise. Reicht oft auch für die meisten Etappen aus.

 

Unterhosen/wäsche: Vier Stück, eher mehr. Zumindest in Kathmandu und Leh ist nach Ende der Tour die Möglichkeit vorhanden, alles waschen zu lassen.

 

Mütze: Besonders wichtig für die kalten Abende. Am besten mit Schutzschild, dann kann sie auch tagsüber getragen werden.

 

Schlauchtuch/Buff: Wird heute häufig für unverzichtbar gehalten, kann als Ohrenschutz, Halstuch usw. dienen.

 

Sonnenhut: Ein Sonnenhut mit breiter Krempe ist der beste Schutz für Genick, Ohren und Nase.

 

Fingerhandschuhe: Wenn nur ein Paar mitgebracht wird, muss dieses warm und winddicht sein. Fäustlinge sind unnötig.

 

Trekkingstöcke: Wer gewohnt ist, damit zu gehen, bringt sie mit. Wer noch nie welche hatte, sollte nicht erst im Himalaya anfangen, damit umzugehen.

 

Sonnenbrille: Eine an den Seiten geschlossene Sonnenbrille reicht aus. Spezielle Gletscher- oder Skibrillen sind nicht nötig.

 

Wasserflasche(n): Mindestens zwei 1l-Flaschen, damit bei Desinfektion der einen die andere genutzt werden kann. Camelbacks sind groß in Mode, frieren aber auf Höhe jede Nacht ein. Man bedenke auch die Probleme mit dem hohen Schwerpunkt. Zeit um anzuhalten und zu trinken MUSS einfach sein.

 

Harnflasche: Man soll viel trinken und hat auf Höhe sowieso erhöhten Harndrang: Bitterkalte Ausflüge bei Nacht können mit einer Harnflasche vermieden werden. In Outdoorgeschäften werden auch Vorrichtungen für Frauen verkauft.

 

Stirnlampe: Zu einer leistungsstarken LED-Stirnlampe gehört ein zweiter Satz Batterien.

 

Toilettenartikel: Zahnputzzeug, Taschenspiegel, etc., kleines Handtuch

 

Klopapier, Taschen/Feuchttücher: Zwei Rollen Klopapier sind essentiell, der Rest optional.

 

Sonnen/Feuchtigkeitscreme, Lippenschutz: An Sonnencreme und Lippenschutz nicht sparen, mindestens Schutzfaktor 30. Eine extra Feuchtigkeitscreme für Gesicht und Hände abends und nachts.

 

Erste Hilfe Set und persönliche Medikamente: Die Tourenleitung trägt außer Verbandsmaterial und einer kleinen Auswahl von Schmerztabletten und Antibiotika keine weiteren Medikamente bei sich. Ganz wichtig ist ein ausreichender Vorrat an persönlichen Arzneien. Für Brillenträger gehört dazu eine Ersatzbrille.

 

Insektenspray: Besonders in Nepal und im Garhwal Himal ist davon ein größerer Vorrat nötig.

 

Wasserentkeimung: Auf Trek wird mehrmals täglich abgekochtes oder gefiltertes Wasser gereicht. Vorsichtshalber sorgt man aber vor, falls man unterwegs noch mehr Wasser benötigt, was häufig vorkommt. Auswahl sind Tabletten, Pumpfilter, Steripens, Flaschen mit aufgesetztem Filter und mehr.

 

Kamera: Vielen reicht mittlerweile die in ihrem Smartphone. Beachten: Für das Aufladen der Akkus ist jeder selber verantwortlich. Häufig gibt es über die ganze Tour kein Stromnetz.

 

Fernglas: Ein kleines zumindest ist sicher kein Fehler für denjenigen, der kein starkes Tele auf seiner Kamera hat.

 

Bücher: Trekking ist eine der besten Gelegenheiten zum Lesen überhaupt!

 

Taschenmesser: Heutzutage eher selten nötig. Ganz unnötig ist ein schwerer Leatherman.

 

Uhr/Wecker: Geweckt wird man, mancher will jedoch eine viertel/halbe Stunde Vorlauf.

 

Oropax: Ist kein Fehler, wenn man Zelt und Zimmer teilen muss. Auch gegen Hunde, die fast überall nachts auftauchen und bei lauten Hotels.

 

Schreibzeug und Notizblock: Auf Trekking geht es noch weitgehend analog zu.

 

Extraverpflegung: Ein guter Vorrat an Schokolade, Trockenobst und Energieriegeln ist essentiell während der Etappe, besonders bei langen. Wem Tee irgendwann zu viel wird, bringt für den Geschmack Vitamin-, Elektrolyt- oder Mineraltabletten. Brot, Muesli usw. muss eigentlich nicht mitgebracht werden, da die Hauptmahlzeiten ausreichen.

 

Dokumente: Reisepass und eine Kopie davon; mindestens 4 Passbilder; Kopien der Versicherungen; Flug-Eticket;

 

Regenschutz: Die gesamte Ausrüstung muss wasserdicht verpackt sein. Da man unter einem Poncho nicht schwitzt, ist ein Schirm keine schlechte Idee. Dieser kann v.a. auch gegen die Sonne eingesetzt werden, wie man an vielen Einheimischen sieht.

 

Ist alles gut verpackt, kann's losgehen! - Wakhan Korridor, Afghanistan - Moritz

 

Zusatzausrüstung

 

In jeder Reisebeschreibung wird erwähnt, welche Teile an Zusatzausrüstung nötig sind. In der Regel gehören dazu:

 

Schalenstiefel: Kunststoffstiefel bestehend aus einem harten Außenschuh und einem weichen Innenschuh braucht man bei Talhammertouren nicht wegen der Steigeisenfestigkeit, sondern lang anhaltender Kälte bei Gletschertraversen.

 

Schutzhelm: Bei manchen Passüberquerungen wegen Stein/Eisschlag nötig.

 

Fäustlinge: Bei 6000ern kann es vor allem bei Wind sehr, sehr kalt werden.

 

Gamaschen: Mittlerweile haben viele Bergsteigerhosen(und manche Stiefel) integrierte Gamaschen. Optional.

 

Eispickel und Steigeisen: Der Eispickel braucht einen langen, geraden Stiel. Leichte Steigeisen ohne Frontzacken, aber ganz sicher mit Bindung, nicht Riemen!

 

Klettergurt mit Zubehör: Ein Sitzgurt(kein Kombigurt!) reicht völlig. Zum Zubehör gehören zwei Schraubkarabiner und zwei Prusikschlingen aus 7mm Reepschnur, die im unverknotet 1,60 Meter lang sind. Abseilachter und Jumar sind in der Regel unnötig.

 

Kleine Berge lohnen sich; Blick vom Mingalig Sar(6050m) auf den Distaghil Sar(7885m), Hispar Muztagh, Gojal - Moritz

 

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