Talhammer
Gerstenernte in den Feldern um den Dhaulagiri - Moritz

  Nepal

Das kleine Himalaya-Land befindet sich geografisch in einer wenig beneidenswerten Lage: Ohne Zugang zum Meer eingezwängt zwischen China und Indien, wobei nicht klar ist, wer davon größer, und wer Nepal schlechter gesonnen ist. Während das frühere Königreich jedem einfällt, sobald die Sprache auf den Himalaya kommt, macht man sich in Europa noch immer häufig falsche Vorstellungen davon. Zum Beispiel sieht sich der Großteil der Menschen nicht als Buddhisten, sondern zu über 80% als Hindus. Nepal gehört kulturell, religiös und ethnisch einzig zum indischen Kulturkreis und nicht etwa zum tibetischen. Es ist fest in der Einflusssphäre Indiens verankert, womit die Frage geklärt ist, mit welchem „Großen Bruder“ man mehr Ärger hat. Nämlich mit Indien. Der Tourismus spielt seit den 70er Jahren eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, jedoch war er nie die Haupteinnahmequelle harter Devisen. Das war bis zur Jahrtausendwende tatsächlich ausländische Entwicklungshilfe und seitdem sind es die Überweisungen der nepalesischen Gastarbeiter. Die meisten von ihnen schuften unter grenzwertigen Bedingungen in den Ölscheichtümern am Persischen Golf. Nepal hat nicht einmal die meisten Achttausender der Welt, die stehen nämlich in China. Andererseits wird kaum ein anderes Land von seiner Geografie so dominiert und buchstäblich erdrückt. Der Himalaya kann wie die Nachbarschaft zu Indien und China eine Chance oder auch eine schwere Bürde sein.

 

Warum Nepal?

 

Den Bergen kann man nicht entgehen, sie sind einfach überall. Von Süden nach Norden, von Westen nach Osten, alles steht voll mit Bergen. Den schmalen Streifen Flachland an der südlichen Grenze zu Indien bekommt man als Tourist nur zu Gesicht, wenn man den Chitwan Nationalpark besucht. Diese Berge, der Himalaya, „das Haus“ oder „der Sitz des Schnees“, wie die Übersetzung dieses Wortes aus dem Sanskrit heißt, waren zumindest in der Vergangenheit der größte Hemmschuh für die Entwicklung des Landes(mittlerweile sind es Korruption, Überbevölkerung und politische Instabilität). In ihren unzähligen tiefeingeschnittenen, voneinander isolierten Tälern bildete sich eine menschliche und biologische Vielfalt, die auf so begrenztem Raum ihresgleichen sucht. Es sind nicht nur die Berge, immerhin die Höchsten des Planeten, die die Faszination Nepals ausmachen. Sondern eben diese Vielfalt an Kulturen und Sprachen, die verschiedenen Klimazonen mit ihrer jeweils spezifischen Flora und Fauna. Auch deswegen findet man nirgendwo sonst eine solche Auswahl an verschiedensten Trekkingtouren. Bei jedem größeren Trekking-Anbieter ist das Nepal-Angebot stets das Umfangreichste. Und wenn leider noch immer Armut und unterentwickelte Infrastruktur zum Teil dafür verantwortlich sind: Wo sonst, wenn man die nötige Zeit und Motivation hat, findet man noch solche lange Touren? In Indien und Pakistan muss man schon fast absurde Routen zusammenstellen, um auf über 15 Etappen zu kommen. In Nepal sind Touren mit 25 und mehr Etappen in jeder Region nach wie vor möglich => die Krönung ist natürlich der Great Himalaya Trail, der von Ost nach West das ganze Land durchquert und auf 150 Etappen kommt! Politisch ist Nepal zwar nicht besonders stabil, aber zehn Jahre Bürgerkrieg ohne den geringsten Wandel der politischen Kultur hat die Bevölkerung gegen weitere bewaffnete Konflikte geimpft. Das Land kann wieder als sicher bezeichnet werden, was natürlich nicht auf die kommenden Erdbeben zutrifft. Diese sind wie der Himalaya eine unumstößliche Realität.

 

Warum Nepal mit Talhammer?

 

Auf bis heute 33 Reisen hat Moritz über sechs Jahre in Nepal verbracht. Nur wenige andere Ausländer haben das Land so gründlich und ausdauernd durchstreift. So wurde Nepal neben Pakistan zum anderen Standbein von Talhammer. 2015 kam es zu einem kleinen Höhepunkt: Auf einer 48tägigen Tour durch Upper Dolpo beendete Moritz das letzte Teilstück des Great Himalaya Trails und kam gleichzeitig in den letzten von Nepals 75 Distrikten. Dies ist nun tatsächlich eine nicht alltägliche Leistung. Vor allem deren zweiter Teil ist ungewöhnlich, denn Distrikte wie Arghakhanchi im Westen oder Udayapur im Osten sehen häufig länger als ein Jahr keinen einzigen Touristen. Jedoch sind Moritz nicht nur die abgelegenen, selten besuchten Gegenden geläufig, er verbringt genauso viel Zeit in den populären Trekking-Regionen Annapurna und Langtang und in den Foothills des Everestgebiets. Er beherrscht die Landessprache Nepali in Wort und Schrift und arbeitete 2007 mehrere Monate bei der bekannten Kinderhilfsorganisation „Maiti Nepal“ als Englischlehrer. Geschichte, Politik und Gesellschaft kennt er so gut wie die meisten Leute, die beruflich mit dem Land zu tun haben. Während es Bürgerkrieges von 1996 bis 2006 war er jedes Jahr im Land und erlebte den Konflikt zum Teil hautnah.

Über die vielen Jahre, Reisen und Trekkingtouren schloss Moritz natürlich zahlreiche Freundschaften mit Einheimischen. Auf diese Freunde, natürlich dann Angestellte, aber keinesfalls nicht nur „Kulis“ oder „Porters“, stützt sich die Operation von Talhammer. Wer in Nepal nicht weiter will als mit einer Standardtour ins Annapurna Basecamp oder nach Langtang, wird bei den großen deutschen Anbietern so gut bedient wie bei den vielen nepalesischen Agenturen, die sich nun im Cyber tummeln. Wer aber etwas Außergewöhnliches machen will, z.B. Upper Dolpo, und vielleicht dort noch eine seltene Variante; oder vielleicht den Namun Bhanjyiang und den Tilicho See in der Annapurna besuchen möchte; oder sich auf den GHT zwischen Makalu und Kanchanjunga machen will, um nur ein paar wenige Möglichkeiten zu erwähnen => der wird bei Talhammer so gut bedient wie sonst praktisch nirgends. Denn eine solche Kombination von kenntnisreichen, sprachgewandten Trekking-Führer und erfahrener, loyaler Mannschaft gibt es in Nepal wenige.

 

Annapurna I(li, 8091m) von ihrem "echten" Basecamp(im Westen, nicht Süden, wo die Haupttrekkingroute hingeht) - Moritz

 

Das Nepal-Programm von Talhammer

 

Jiri/Phikey Danda/Tumlingtar: Diese Kennenlerntour gehört zum Inventar und wird jedes Jahr auf dem Programm stehen. Günstig, nicht zu lange und Dank der Lodgen ohne großen Aufwand durchzuführen. Während der Tour ist dann genug Gelegenheit, um über „Größeres“ zu diskutieren, in Nepal oder woanders.

 

Tamang Heritage Trail/Langtang: Dies ist die zweite Kennenlerntour und auch sie wird wohl jedes Frühjahr im Programm stehen. Langtang wird nicht ganz so überrannt wie Annapurna und Everest und rechtfertigt so einen Besuch, besonders wenn die Hauptsaison im Frühjahr noch nicht voll begonnen hat.

 

Upper Dolpo: Eine Tour durch die abgelegenste Region im Westen wird wohl fast jeden Frühherbst zum Programm gehören und mindestens 28 Tage dauern. Alles andere lohnt die lange Anreise kaum.

 

Manaslu und Dhaulagiri: Diese beiden Touren werden in der Regel im Wechsel jährlich angeboten. Dhaulagiri mit einer Besteigung des Thapa Peaks und der Manaslu nach wie vor als Zelt-Trek, um Rupina La und Tsum-Valley besuchen zu können.

 

Annapurna: In diesem auf den ersten Blick voll erschlossenen Gebiet gibt es zwei ganz abwegige Touren. Eine führt über Namun Bhanjyiang und über den Mandala Pass am Tilicho-See nach Jomsom. Die andere zum wahren Annapurna Basecamp auf der Westseite des Berges und zum Mardi Himal. Werden nicht jährlich angeboten.

 

Ostnepal: Jedes Jahr im Herbst wird eine Tour über den Lumbasumba Pass angeboten werden, entweder „kurz“ von Num nach Taplejung oder sogar sehr lang über den GHT vom Makalu zum Kanchanjunga.

 

Langtang Tilman's Pass und Ganja La: Diese kurze, harte Tour direkt hinter Kathmandu interessiert fast nur Leute, die den GHT vervollständigen wollen und wird aus diesem Grund eher nur auf Anfrage angeboten, wird dann aber auch schon ab 2 Personen durchgeführt.

 

Ganesh Himal: Die selten besuchte Region zwischen Langtang und Manaslu wird nur auf Anfrage durchgeführt.

 

Naar-Phu, Teri La und Upper Musthang: Daran wird 2017 gearbeitet werden, auch an einem möglichen Übergang nach Upper Dolpo. Wird in einem, spätestens in zwei Jahren im Programm erscheinen.

 

Farwest Nepal, Rara See, Mugu und Humla: Touren im äußersten Westen des Landes kommen nur selten zu Stande und werden deshalb nur auf persönliche Anfrage bei einer Gruppengröße von mindestens vier Personen durchgeführt.

 

Great Himalaya Trail: Individuell können sämtliche Etappen des GHT gebucht werden, auch von Upper Dolpo nach Mugu und vom Rara See nach Simikot. Die einzige Ausnahme ist die Ice Col Route vom Makalu Basecamp nach Namchhe Bazaar und von dort über den Trashi Lapcha durch das Rolwaling nach Barhabise.

 

Individuelle Anfragen: Wer mindestens vier Personen aufbringen kann oder bereit ist, genug dafür zu bezahlen, kann sich für jeden Wunsch ein individuelles Programm zusammenstellen und bepreisen lassen.

 

Projekte: Dazu gehören Treks im Nordwesten des Landes, im nördlichen Humla, z.B. nach Mugu. Ebenfalls dort in den Distriken Darchula und Bajhang, in der Gegend um Api(7132m) und Saipal(7031m).

 

Das letzte Wort zum Everest: Auf dieser langen Liste fehlte der höchste Berg der Welt fast vollständig. Aus dem einfachen Grund, weil diese Gegend mittlerweile zu überlaufen ist. Das gilt für Basecamp, Kala Pattar, Chhukhung, Three Passes und Gokyo. Für Island Peak und Mera Peak. Und den GHT über die Ice Col Route und den Trashi Lapcha. Das ist oft nur nervig, aber an den Bergen und den hohen Pässen manchmal auch richtig gefährlich. So reduziert sich das Angebot auf Jiri/Phikey Danda/Tumlingtar und den Everest aus der Ferne. Nur bei einer großen individuellen Gruppe gibt da eine Ausnahme.

 

Auch ein Rind braucht manchmal Wärme(Langtang, Tilman's Route) - Moritz

 

Nepal Reise-Infos

 

Die Hinweise des Auswärtigen Amtes zu Nepal findet man hier

 

Sicherheit: Nepal ist sicher, aber politisch chaotisch. Keine Frage, die wieder häufiger ausgerufenen Streiks – oder eine Blockade durch Indien wie Juni'15/März'16 – erfordern viel Fantasie und Flexibilität von Veranstaltern und Kundschaft. Es bleibt aber noch immer die Ausnahme. Eine ganz andere Risikokategorie sind Erdbeben.

 

Visum: Nepal besitzt die vernünftigste Visa-Politik in Südasien. Sie werden bei Einreise am Flughafen oder am Grenzübergang erteilt. 30 Tage kosten 40$, 90 Tage 100$, den korrekten Betrag in der korrekten Währung bereithalten, + ein Passbild. Wer nur wenig länger als 30 Tage bleibt, fährt besser, wenn er das Visum überzieht und dann die Strafgebühr bezahlt, als von Vornherein ein 90 Tage Visum zu kaufen.

 

Flüge: Der internationale Flug gehört zur Verantwortung des Kunden. Zur Zeit gibt es keine Direktflüge von Deutschland nach Kathmandu. Während die Qatar mehrmals täglich über Doha nach Kathmandu fliegt, kommt die Turkish zur Zeit nur noch viermal die Woche. In Frage kommen noch Etihad, Oman, Emirates und Indian Airlines.

 

Impfungen: Das Auswärtige Amt empfiehlt außer den Standardimpfungen weitere gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Japanische Enzephalitis.

 

Morgen Dal Bhat, Tipling, Ganesh Himal - Moritz

 

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