Talhammer
Ladakh, Rupshu - Moritz

  Indien

Es wird nicht mehr lange dauern – wenn es nicht schon geschehen ist, so genau weiß das niemand – dann wird Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt sein. Der Indische Subkontinent ist der kompakteste Kulturraum Asiens, deshalb trifft das, was für Indien gilt, fast ausnahmslos auch auf seine vergleichsweise kleinen Nachbarn Pakistan, Sri Lanka, Nepal, Bangla Desh und Myanmar zu. Südasien, wie der Subkontinent auch genannt wird, ist heute die ökonomisch schwächste und sozial am weitesten unterentwickelte Region in Asien, was umso bedeutender ist, als dass hier mit 1,7 Milliarden Menschen ein Viertel der Weltbevölkerung lebt. Besonders in Indien, aber auch in allen anderen Ländern Südasiens gibt es bis jetzt Gegenden, wo die Zeit stehen geblieben ist und man sich wie im Mittelalter vorkommt. Deshalb ist natürlich der Fortschritt in den Boomregionen umso atemberaubender und zwingt die Regierungen zu einem Spagat zwischen 18. und 21.Jahrhundert. Die Gesellschaften sind allesamt tief gespalten und bis jetzt hat der technologische und wirtschaftliche Fortschritt die Gräben weiter vertieft. Südasien, eine Region, die der Westen und speziell Europa kaum auf dem Schirm hat, befindet sich in einem tumultartigen Zustand.

 

Warum Indien?

 

Wenn das Wort „Indien“ fällt, kommen zuerst weniger Bilder von hohen, schneebedeckten Gipfeln, ausgesetzten Pfaden und schwer bepackten Yaks in den Sinn, stattdessen wohl eher Elefanten, farbenfroh gekleidete Frauen und barock verzierte Tempelstädte. Dabei ist der indische Himalaya kein kleines Detail im Mosaik der Geografie dieses Riesenlandes, sondern eines ihrer prägenden Elemente. Mit Ausnahme von Nepal, Bhutan und einem kleinen Zipfel in Myanmar liegt der gesamte Hauptkamm des Himalaya in Indien. Von seinen südlichen Hängen fließen die Ströme, welche das Leben, oft genug das bloße Überleben von fast einer Milliarde Menschen in der Ganges-Ebene zwischen Lahore im Westen und Dhaka im Osten sichern. Eine herausragende Rolle spielt der Himalaya auch im Hinduismus. Er ist nicht nur „der Sitz des Schnees“, sondern auch vieler Götter und eben Ursprung der lebensspendenden – und somit heiligen – Flüsse. Fast in jedem Dorf, an jeder Flusskreuzung und in den entlegensten Winkeln stößt man auf Tempel, Pilgerplätze und zurückgezogene Wanderheilige, die „sadhus“. Viele der wichtigsten Texte des Hinduismus wurden im Himalaya verfasst, darunter auch einer der ältesten der Menschheit, der Rig Veda. Die kulturelle, biologische, klimatische und geografische Vielfalt der Berge ist so groß wie die in Nepal oder Tibet. Erst seit wenigen Jahren profitieren die Bewohner des indischen Himalaya von der geografischen und religiösen Bedeutung ihrer Heimat, davor war er eine marginale Region. Mit dazu beigetragen hat der Tourismus, der ausländische und nun zunehmend der einheimische. Wenn auch die großen Namen wie Mount Everest oder K2 fehlen, ist trotzdem Trekking dort so lohnend wie in Nepal oder Pakistan. Wo das Bekannte fehlt, lockt ja erfahrungsgemäß das Unbekannte!

 

Warum Indien mit Talhammer?

 

Im indischen Himalaya verbrachte Moritz bei Weitem weniger Zeit als in Nepal und Pakistan, aber immerhin startete er dort 1989 seine „Karriere“. Und wie es sich für den Beginn von etwas Neuem gehört, ging er auf seinem ersten Trek im Himalaya überhaupt damals zusammen mit zwei weiteren Deutschen, einem Briten und einem Franzosen bei einer versuchten Zanskar-Traverse im wahrsten Sinne des Wortes baden. Das hat sich natürlich alles geändert und mittlerweile bringt er es in Indien auf 14 Himalaya-Reisen, wovon ihn acht nach Ladakh führten. Die kleine buddhistische Region im Nordosten des Bundesstaates Jammu und Kaschmir(J&K) ist zusammen mit Zanskar, ebenfalls in J&K, und den im Bundesstaat Himachal Pradesh(HP) gelegenen Gebieten Spiti, Lahaul und Kinnaur der Schwerpunkt im Talhammer-Programm. Wer in Ladakh war, erinnert sich vielleicht noch an den in den Schweizer Editions Olizane erschienenen Führer „Trekking in Ladakh-Zanskar“ der Herren Philippe Chabloz und Charles Genoud. Zwölf der 14 aufgeführten Touren ist Moritz gegangen, manche davon mehrfach. Ladakh und die anderen Gebiete in seiner Nachbarschaft gehören kulturell, ethnisch, geografisch und klimatisch zu Tibet. So ist auch der erste Eindruck und der bleibt so. Vermutlich ist in Ladakh die tibetische Kultur besser erhalten als in Tibet selbst, weil, das ist nun keine Frage, das politische Klima in Indien etwas liberaler ist.

Der andere Schwerpunkt von Moritz' Indien-Treks und bei Talhammer ist der Garhwal Himal, zu dem auch die Region Kumaon gehört. Dieser Teil des indischen Himalaya zwischen Nepal im Osten und Himachal Pradesh(HP) im Westen war früher Teil des Bundesstaates Uttar Pradesh. Seit 2000 ist die Region ein eigener Bundesstaat und nennt sich wahlweise Uttarakhand(UK) oder Uttaranchal(UA). Im Gegensatz zu Ladakh ist UK, also Garhwal und Kumaon nicht buddhistisch geprägt, sondern wie Nepal hinduistisch. Auch Vegetation und Klima ähneln Nepal. Allerdings gibt es besonders in Garhwal ein paar Gebirgsstöcke und Gipfel, die in ihrer Schroff-und Steilheit mehr an Pakistan erinnern als an Nepal. Dazu gehören, um nur ein paar zu nennen, die Nanda Devi(7816m und bis zur Annektion Sikkims – mit dem Kanchanjunga – 1975 der höchste Berg des Landes), der nicht weit davon gelegene Changabang(6864m); nahe der Quelle des Ganga(Ganges) der Shivling(6543m), der Thalay Sagar(6904m), der Meru(6660m), die Arwa Towers(6352m); und nahe der chinesischen Grenze steht der Kamet(7756m). Einer von Moritz' Lieblingsplätzen im gesamten Himalaya ist Tapovan, ein kleiner Pilgerort nahe der Quelle des Ganga, über dem Gangotri-Gletscher und im Schatten des mächtigen Shivling. Von hier begann auch die Überquerung des fast sechstausend Meter hohen Passes Kalindi Khal, ein Trek, die man mit den Gletschertouren Pakistan vergleichen kann.

Da sich Hindi und Urdu nur in der Schrift unterscheiden, spricht Moritz ganz passabel Hindi. Und Dank seiner Nepali-Kenntnisse kann er Hindi auch lesen und schreiben. Auf seinen eigenen Treks verlässt er sich natürlich primär auf seine eigene Erfahrung. Bei der Bearbeitung größerer Gruppen dann auf zwei Partneragenturen, die er seit langem kennt und seit Jahrzehnten im Geschäft sind.

 

Spiti nach einem Regenschauer - Moritz

 

Das Indien-Programm von Talhammer

 

Von Rumtse zum Tso Moriri-See und nach Kibbar: Die ca.15tägige Wanderung von Ladakh nach Spiti über den 5600 Meter hohen Parang La ist momentan DIE Tour und wird die nächsten Jahre immer im Programm sein. In der Regel im September, wenn das Wetter stabiler und die Touristen etwas weniger sind.

 

Stok Kangri: Der klar von Leh zu erkennende 6153 Meter hohe Berg ist einer der leichtesten Sechstausender in Asien. Um die Akklimatisierung zu unterstützen, wird eine Trekkingtour in einer der weniger besuchten Gegenden vorgeschaltet, z.B. im Nubra-Valley. Die Tour wird regelmäßig zum Programm gehören.

 

Ladakh-Zanskar Traversen...: Da können andere Anbieter sagen, was sie wollen, den Klassiker Lamayura nach Padum(und weiter nach Darcha) gibt es nicht mehr. D.h. aber nicht, dass deshalb die Zeiten der langen Treks in Ladakh vorbei ist. „Brennpunkt“ bleibt weiterhin Padum, nur kommt man auf einer Talhammer-Tour anders dort hin, entweder von Westen ab Kanji, über die Jumlam Route oder östlich vom Rupshu. Wird ab und zu im Programm stehen, aber sicher nicht jedes Jahr, da dazu den meisten Leuten die Zeit fehlt.

 

...und Zanskar-Himalaya Travesen: Noch spannender wird es, wenn man von Padum nach Süden will. Denn Pässe wie der Kang La und der Umasi La führen über den Hauptkamm des Himalaya und sind nicht wie die meisten Pässe in Ladakh staubtrocken, sondern schneebedeckt und manchmal sogar vereist. Eine vollständige Traverse des Himalaya von Ladakh bis nach Manali oder Kaschmir sollte eigentlich der Traum jedes Enthusiasten sein, ist aber aus Zeitgründen meist unwahrscheinlich und wird deshalb vermutlich nur auf Anfrage und ausreichender Gruppengröße durchgeführt.

 

Garhwal Himal-Kalindi Khal: Diese schwere Tour von Gangotri nach Badrinath über den fast 6000 Meter hohen Pass Kalindi Khal und vorbei an vielen formschönen Gipfeln wird wohl mindestens jedes zweite Jahr zum Programm gehören.

 

Individuelle Anfragen: Wer mindestens vier Personen aufbringen kann oder bereit ist, genug dafür zu bezahlen, kann sich für jeden Wunsch ein individuelles Programm zusammenstellen und bepreisen lassen. In Ladakh gehören dazu besonders der „Chhadar“-Trek (Wanderung auf dem zugefrorenen Zanskar-Fluss) und Wildbeobachtungen(u.a. Schneeleopard), beides im tiefen Winter.

 

Projekte: Das wichtigste Projekt im ganzen Himalaya ist im Garhwal Himal das Nanda Devi Sanctuary. Seit den frühen Achtziger Jahren ist dieser mythische und fast unvergleichliche Ort außer für ein paar indische Armee-Expeditionen tabu geblieben. Einfacher wären sicher Treks in Ladakhs Nubra Valley im Saser Kangri Massiv zu organisieren.

 

Noch nicht im Programm: Der indische Himalaya zwischen Bhutan und Myanmar, also die Bundesstaaten Arunanchal Pradesh, Manipur, Mizoram und Nagaland sind Neuland und kommen vielleicht in den nächsten Jahren ins Programm. Das hat jedoch keinen Projektcharakter.

 

Nicht im Programm: Nach den Vorfällen 2016 sind Treks in Kaschmir wieder in weite Ferne gerückt. In Uttarakhand kurze Touren in unbekannte Gegenden durchzuführen ist in Zeiten von massivem indischen Pilgertourismus ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Darjeeling und Sikkim können nach Moritz' Meinung nicht mit Ostnepal auf der anderen Seite des Kanchanjunga mithalten.

 

Der Shivling(6543m) im Garhwal Himal - Moritz

 

Indien Reise-Infos

 

Die Hinweise des Auswärtigen Amtes zu Indien findet man hier

 

Sicherheit: 2016 gab es in ganz Indien nur eine Unruheregion, und das war ausgerechnet Jammu und Kaschmir(J&K). Ausgerechnet, weil Ladakh zu genau diesem Bundesstaat gehört. Seit 1988 dauert dieser „neue“ Zyklus und in Ladakh gibt es jetzt ernste Überlegungen, sich aus J&K zu verabschieden und „Union Territory“-Status anzunehmen wie Delhi, Chandigarh(die Hauptstadt von Punjab und Haryana) oder die Andamanen-Inseln. Seit vielen Jahren jedoch bekommt man in Leh und Padum, und sogar in Kargil, wenig bis nichts mit von den nicht enden wollenden Demonstrationen, Streiks und Schlagstockeinsätzen in Srinagar. Fast alle Touristen, ausländisch oder heimisch, erreichen Ladakh mit dem Flugzeug, wer fahren will, nimmt die Straße über Manali. So muss man nach Kaschmir nicht mal in einer Notlage. Aus diesen Gründen rät das Auswärtige Amt nur von Reisen in die Grenznähe zu Kaschmir(oder Pakistan) ab, aber nicht von Reisen nach Ladakh generell. Talhammer-Reisen führen nicht in die Nähe von Kaschmir und an Reisen in die Nähe von Pakistan – und China – werden einen schon die Grenzposten hindern.

 

Visum: Die rechtzeitige Beschaffung des Visums gehört zur Verantwortung des Kunden. Vor Einreise braucht man schon ein Visum. Das gilt auch bei dem, was nun als Tourist Visa on Arrival(TVoA) läuft. Wer nicht länger als 30 Tage in Indien bleibt und auf dem Luftweg ein-und ausreist, hat Anspruch auf ein TVoA. Die Prozedur findet man hier. Der Antrag muss spätestens vier Tage VOR der Einreise online bezahlt und abgeschickt werden. Man erhält dann ein Dokument, wieder online, welches bei der Einreise in den Reisepass gestempelt wird. Man kann den Antrag frühestens 30 Tage vor Einreise stellen und sollte es trotz aller Elektronik nicht viel später tun. Das Visum kann man wie gesagt unter KEINEN Umständen verlängern. Wer länger als 30 Tage in Indien bleiben will, durchläuft die alte Prozedur,  die unter diesem Link beginnt. Visa gibt es wahlweise bis zu einem Jahr. Wem das alles zuviel ist, beauftragt einen (nicht günstigen) Konsularservice wie Visum.de.

 

Flüge: Der internationale Flug gehört zur Verantwortung des Kunden. Lufthansa und Air India fliegen momentan nonstop von Europa nach Delhi(DEL). Es gibt einen Flug von Mumbai nach Leh(IXL), doch es wird dringend empfohlen, Delhi anzusteuern, da die Mehrzahl der Leh-Flüge von hier startet. Delhi sollte nicht später als 2 Uhr morgens, besser um Mitternacht erreicht werden, da alle Flüge nach Leh zwischen 5 und 9 Uhr morgens starten und manchmal in Delhi ein Transfer nötig ist oder es gelegentlich bei internationalen Flügen zu Verspätungen kommt. Der Inlandsflug gehört zum Preis und wird von der Talhammers Partneragentur gebucht.

 

Impfungen: Das Auswärtige Amt empfiehlt außer den Standardimpfungen weitere gegen Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Gefährdung auch gegen Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis ACWY und Japanische Enzephalitis.

 

Die Jama Masjid und der alte Königspalast von Leh - Moritz

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