Talhammer
Blumenverkäufer, Lahore - Moritz

Kontakt Email : moritzstein@yahoo.com

Teilweise über zehn Monate im Jahr verbringt Moritz in Südasien. Den Großteil tief im Gebirge, wo das einzige elektronische Kommunkationsmittel das Satfon ist, welches nur im Notfall eingeschaltet wird. In Indien und vielen Teilen Chinas sind selbst diese untersagt. Manchmal ist Moritz also über Wochen schwer oder gar nicht erreichbar. Nicht weil er das so will. Es ist technisch im Himalaya und Karakoram einfach noch nicht möglich. Stimmt - mancher macht genau deswegen dort Urlaub. Wegen dieser Umstände verlaufen Kontaktaufnahme und alles Weitere praktisch nur über Email. Die Antwort kann bis zu einem Monat dauern, doch sie kommt. Anfragen und anderes sollten deshalb so früh wie möglich gestellt werden. Talhammer ist eine Einmannfirma und in nächster Zukunft lassen sich diese Probleme nicht lösen. Es besteht die Möglichkeit, die Partneragenturen in Islamabad, Kathmandu und Delhi einzubinden, Überlegungen sind im Gange. Aus Mangel an Zeit ist Moritz auch nicht bei Facebook, Twitter und anderen sozialen Medien angemeldet. Es wird nochmal speziell darauf hingewiesen, dass es keinen Vorgang beschleunigt, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben im “Impressum” genutzt werden. Der Kommunikationsweg ist moritzstein@yahoo.com.

 

Ein "toter Briefkasten" in Chheskam, dem obersten Dorf (über Bung) im Hongu-Tal, Solu Khumbu - Moritz

 

Über Talhammer

 

Moritz wurde im September 1967 in Tübingen in Schwaben geboren. Als es auf das Abitur zuging und seine Schul-kameraden nach Studienplätzen Ausschau hielten und Karrierepläne schmiedeten, vertiefte er seine Nase in Büchern und Landkarten. Das waren noch analoge Zeiten, die 80er Jahre. Die ersten Gehversuche führten ihn in die Türkei und nach Marokko. Als dann endlich Schule und Bundeswehr (damals noch 15 lange Monate) vorbei waren, gingen seine Freunde auf die Uni und Moritz nach Ladakh und Pakistan => allein, das verstand sich von selbst. Das war 1989. Auf die erste Reise folgten bis dato 21 weitere und seine Zeit in Südasien beläuft sich nun auf über 15 Jahre. Lange arbeitete er als Zimmermann und finanzierte so seine Treks und Reisen. Von 2005 bis 2012 führte er Gruppen für einen deutschen Veranstalter. Seine „Firma“ Talhammer (im rechtlichen Sinne ist es keine Firma) nahm im Februar 2015 den Betrieb auf. In all den Jahren hat sich Moritz durch „learning by doing“ zu einem Spezialisten für Politik, Geschichte, Kultur und Geographie in Südasien entwickelt und hat, wie oft erwähnt auf diesen Seiten, die Berge und Wanderungen so kennengelernt wie wenig andere. Natürlich besteht Talhammer zunächst einmal, um einen Verdienst zu garantieren. Aber Moritz legt auch Wert darauf, einen Teil seines Wissens weiterzugeben. Eine Reise in den Himalaya mit seinen zahlreichen zunächst fremdartigen Kulturen ist eine große Chance, über die eigenen Vorurteile, romantischen Klischeevorstellungen und Stereotypen nachzudenken. Moritz spricht gut Nepali und leidlich Urdu, Hindi und Farsi (Persisch). Seine Hauptaufgabe ist es, für einen reibungslosen Ablauf der Tour zu sorgen, doch sein größtes Anliegen ist es als kultureller Übersetzer zu versuchen, den Kunden einen Einblick in das „echte“ Südasien auf den Nachhauseweg mitzugeben. Denn man kann es nicht oft genug betonen, in Südasien leben demnächst 2 Milliarden Menschen und die global so wichtige Region bleibt in Europa, und besonders in Deutschland, weitgehend unbekannt. Oft wird Moritz gefragt, warum er tut was er tut, wie überhaupt er, ein Junge ausgerechnet vom Fuße der Schwäbischen Alb, zu so was kommt. Er weiß es nicht. Nur, dass es so weiter geht.

Im Juni 1989 am Dal Lake von Srinagar im indischen Jammu&Kashmir - Kashmiri mit Moritz' Kamera

Im Mai 2017 nach der zweiten Namun Bhanjyiang Überschreitung - Moritz

 

Eine der Touren von Talhammer: Um den Nanga Parbat - Moritz

 

Ein paar Bemerkungen zum Beruf des Reiseleiters

 

Bis in die frühen Nuller-Jahre wurden noch viele deutsche Trekking-Gruppen von einem ihrer Landsleute, mal kompetent, mal weniger, durch den Himalaya geführt. Heutzutage sind deutsche Reiseleiter bis auf wenige Ausnahmen verschwunden. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, wann die einheimischen Reiseleiter (in Nepal, aber auch in Indien und Pakistan und sonst wo) ihre Konkurrenten aus der Heimat der Touristen verdrängen würden. Deutlich billiger waren sie schon immer und damit für die meisten Trekkingagenturen der Fall geritzt. Mittlerweile haben sie auch fachlich aufgeholt und sind in einigen Belangen ebenbürtig. Der deutsche Reiseleiter scheint seinen „Daseinszweck“ wirklich überlebt zu haben.

Doch nur auf den ersten Blick. Wenn er von seiner Arbeit etwas versteht, dann trügt der Eindruck. Seinen „Daseinszweck“ verliert er nicht, weil die Konkurrenz aus den Zielländern sowieso billiger und in manchen Vergleichen – Orts-und Sprachkenntnisse vor allem – besser ist. Seinen „Daseinszweck“ behält er automatisch, wenn er seine Arbeit kompetent erledigt. Denn die Konkurrenz übertrifft ihn nicht immer. Das kann bei den Ortskenntnissen anfangen. Viele einheimische Reiseleiter können bis heute keine Karte lesen, kennen oft nicht einmal die markantesten Gipfel oder Wahrzeichen und haben wie die meisten ihrer Landsleute ein lockeres oder gar kein Zeitverständnis. Ihr größtes Manko ist jedoch, dass sie zwar lernen, wie z.B. Deutsche zu sprechen, aber nicht, wie diese zu denken. Natürlich kann man sich nur nach langer Anstrengung in einen anderen Kulturkreis „hineindenken“, aber in Südasien besteht das strukturelle Problem, dass weder in der Erziehung oder in der Schule noch durch irgendeine Autorität zum selbstständigen Denken angehalten wird => in den patriarchalischen Gesellschaften wird Widerspruch „von unten“ ungern gehört. Deshalb haben viele einheimische Guides ein großes Problem, ihre Autorität gegen den Willen der Kunden durchzusetzen – das kann schon manchem deutschen Reiseleiter schwer fallen – einem Kunden, zumal einem Weißen aus dem reichen Westen, widerspricht man nicht. Das kann in Ausnahmesituationen, wenn die Autorität des Reiseleiters wirklich gefragt ist, schwerwiegenden Folgen haben. Diese Lücke füllte der deutsche Reiseleiter früher (wenn er gut und v.a. erfahren war). Und diese Lücke ist bei Weitem nicht geschlossen. Das Problem ist nur, dass es für den deutschen Reiseleiter praktisch keinen Grund mehr gibt, das zu tun. Sein Beruf gehört seit Beginn, seit den Zeiten, als es eine einheimische Konkurrenz noch gar nicht gab, zum Niedriglohnsegment. Von Anfang an arbeiteten die Wenigsten aus finanziellen Gründen als Reiseleiter, sondern meist nur nebenher oder zum Zeitvertreib, oder weil sie eine emotionale Bindung an ein Zielland haben. Besser verdient man sein Geld mit einem guten Job, wenn man wohin reisen will, anstatt zum Sparlohn eine Gruppe dort zu führen.

Bis jetzt besteht die ideale Leitung einer Trekkingtour aus einem kompetenten Deutschen UND einem kompetenten einheimischen Reiseleiter. Doch nur noch wenige Gruppen werden von so einem Duo geführt, denn die eine Hälfte hat sich praktisch verabschiedet, aus gutem Grund. Anderen Reisen tut das einen Abbruch. Das ist schade – vor allem für die Kunden.

 

Man sieht sich im Himalaya - Yak, Wakhan Korridor, Afghanistan - Moritz

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